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Wanfried stimmt für Reduzierung der Straßenbeleuchtung

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Von: Tobias Stück

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Komplett umgestellt: In Wanfried leuchten seit 2017 ausschließlich sparsame LED-Leuchten in den Straßenlaternen. Archi
Komplett umgestellt: In Wanfried leuchten seit 2017 ausschließlich sparsame LED-Leuchten in den Straßenlaternen. (Archivfoto) © Privat/nh

Vor dem Hintergrund der Energiekrise möchte Wanfried drei kurzfristige Maßnahmen zum Einsparen von Energie umsetzen.

Wanfried – Ähnlich wie einige andere Kommunen im Werra-Meißner-Kreis wird die Stadt Wanfried die Straßenlaternen nachts abschalten. Das hat die Stadtverordnetenversammlung bei einer Gegenstimme jetzt beschlossen.

Insgesamt ist vorgesehen, drei kurzfristige Maßnahmen umzusetzen. „Wir wollen damit unseren Beitrag leisten, um eine Verknappung auf dem Energiesektor zu verhindern“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

An die Benutzer von städtischen Liegenschaften wie Dorfgemeinschaftshäusern, Feuerwehren, Kitas oder dem Rathaus wird appelliert, Energie einzusparen. Bei Neuanschaffungen soll auf die Energieeffizienz der Geräte geachtet werden. Sogenannte Stromfresser sollen alsbald ausgetauscht werden.

Rund 23.000 Kilowattstunden pro Jahr einsparen

Konkret sieht der Beschluss für die Straßenbeleuchtung vor, in der Zeit von montags bis freitags von 0 Uhr bis 5 Uhr, samstags und sonntags von 2 Uhr bis 5 Uhr sowie an Feiertagen von 2 Uhr bis 5 Uhr bis auf Weiteres die Laternen zur Energieeinsparung abzuschalten. Das spart in der Kernstadt und den vier Stadtteilen von Wanfried 23.000 Kilowattstunden pro Jahr ein. Nebenbei senkt es die Kosten um knapp 8.970 Euro. „Das ist aber nicht unser primäres Ziel“, sagt Gebhard.

Als nicht sinnvoll erachtet diese Maßnahme der CDU-Stadtverordnete Thomas Bachmann. Nach seinen Informationen beläuft sich die Energiemenge, die pro Tag in Wanfried und seinen vier Stadtteilen eingespart werde, auf weniger als 100 Kilowattstunden pro Tag. „Als Schutzschirmkommune hatten wir ohnehin schon alle Straßenlaternen auf LED umgerüstet. Außerdem bringen sie in der Nacht teilweise nur 50 Prozent Leistung.“

Bis 2017 wurden 880 Lampen erneuert. Nach seinen Berechnungen bringt der Beschluss Einsparungen von 2,50 bis fünf Euro pro Stadtteil – je nach Größe des Ortes. „Das muss uns unsere Sicherheit wert sein“, so Bachmann.

Seit der Umstellung auf LED leuchten die Laternen durchgängig

Auch die Gemeinde Meinhard setzt derzeit die Straßenbeleuchtung (ab 23 Uhr) zwei Stunden länger aus, in Herleshausen erlischt sie zwischen 0 Uhr und 5:15 Uhr. „Wir werden die Straßenbeleuchtung nachts nicht abschalten“, sagt hingegen Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Als Kreisstadt mit besonders vielen Schicht- und Nachtarbeitern komme Eschwege hier eine besondere Bedeutung zu.

Im Jahr 2013 wurde in Wanfried übrigens schon einmal der Beschluss gefasst, die Straßenbeleuchtung nachts auszuschalten. Grund dafür waren damals die Sparmaßnahmen für den Schutzschirm. Seit 2018 – nach der Umstellung auf LED – leuchten die Laternen wieder durchgängig.

Reiner Graf (FWG) gingen die während der Stadtverordnetenversammlung vorgeschlagenen Energieeinsparmaßnahmen nicht weit genug. „Wir haben jetzt nur über Strom gesprochen. Was ist mit der Wärmeenergie? Da gibt es in Wanfried noch riesige Einsparpotenziale vor dem nächsten Winter“, so Graf. Bürgermeister Gebhard erinnerte daran, dass es sich hierbei nur um kurzfristige Maßnahmen handele. Im Februar wollen sich die Mandatsträger erneut zusammensetzen, um über langfristige Maßnahmen zu diskutieren.

Von Tobias Stück

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