Junge wird seit Montag vermisst

Strömung erschwert Suche nach vermisstem Aref in der Werra

Wanfried. Vom fünfjährige Aref aus Wanfried, der seit Montagabend vermisst wird, fehlt weiterhin jede konkrete Spur. Eine intensive Suche in der Werra blieb am Mittwoch ohne Ergebnis.

Der Einsatz eines Sonarbootes, das mithilfe von Schallwellen den Flussgrund absucht, hatte einen Hinweis darauf gegeben, dass sich etwa 500 Meter vom Wanfrieder Hafen „ein Objekt im Wasser befindet, das dort nicht hingehört“, wie Polizeisprecher Jörg Künstler bestätigte. Die Beamten sperrten den Bereich ab. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes versuchten, den Gegenstand mit einer Kamera besser zu erkennen. Sie blieben ebenso erfolglos wie ein aus Paderborn alarmierter Experte für Sonartechnik mit einer Art Unterwasserdrohne. Auch er scheiterte an der starken Strömung und dem dichten Bewuchs des Werragrundes.

Aktualisiert um 18 Uhr

Die aus Afghanistan stammende Familie des Jungen wurde auch gestern noch seelsorgerisch betreut. Der Vater hatte am Vormittag die Suchaktion vor Ort mit verfolgt.

Bericht vom Einsatzort

Immer wieder musste Jörg Künstler den wartenden Medienvertretern gestern das gleiche sagen. „Da ist etwas im Wasser, aber wir wissen nicht was“, bestätigte der Polizeisprecher nach jedem der Versuche, das Objekt zu identifizieren, das die Rettungskräfte mithilfe eines Sonarbootes auf dem Grund der Werra entdeckt hatten.

Mehrfach scheiterten die Versuche an der starken Strömung der Werra. Obwohl der geortete Gegenstand in nur etwa zwei Metern Wassertiefe liegt, gab es keine Möglichkeit ihn zu erreichen. Für Taucher war der Einsatz zu gefährlich und auch moderne Technik half nicht. „Eine realistische Einschätzung? Wir haben null Chance“, sagte Thomas Schlageter, Sonar-Experte aus Paderborn. Er war am Mittag aus Paderborn mit einem so genannten ROV, einer Art ferngesteuerten Unterwasserdrohne inklusive Kamera und Greifarm, angereist. Auch mit kurzfristig im nahegelegenen Supermarkt gekauften Wäscheleinen gelang es nicht, das Gerät ausreichend zu stabilisieren.

Im Einsatz waren neben Schlageter und dem Technischen Hilfswerk etwa 20 Mitarbeiter der Technischen Einsatzeinheit aus Mühlheim am Main. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn besonderes technische Gerät benötigt wird. Trotz des großen Aufgebotes an Einsatzfahrzeugen verloren sich nur wenige Schaulustige an das Suchgebiet nahe des Hafens. Bürgermeister Wilhelm Gebhard freute sich über viele Hilfsangebote aus der Bevölkerung. „Es haben sich jede Menge Wanfrieder gemeldet, aber ich musste immer an die Polizei verweisen“, sagte er.

Von der Hoffnung, Aref lebend zu finden, ist bei den meisten Helfern am Einsatzort kaum noch etwas übrig. Zu viel Zeit ist vergangen, seit der Fünfjährige beim Spielen an der Schlagd verschwunden ist. Die Familie lebt erst seit kurzem in der Flüchtlingsunterkunft im Keudell’schen Schloss.

Die Suche am Dienstag und am Mittwoch

Vermisster Aref: Die Suche am Mittwoch

Wanfried: Suche nach vermisstem Jungen geht weiter

Wanfried: Suche nach vermisstem Jungen

Rubriklistenbild: © WR/Deppe

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