LKA ermittelt

Mehrere Schüsse fallen in Wanfried – Bürger nach Vorfall verunsichert

Die Straße bei Altenburschla war bis in den späten Abend abgesperrt, nachdem Polizisten bei einem Messerangriff auf einen Mann schießen mussten.
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Die Straße bei Altenburschla war bis in den späten Abend abgesperrt, nachdem Polizisten bei einem Messerangriff auf einen Mann schießen mussten.

Ein bewaffneter Mann versetzt Autofahrer in Wanfried in Angst. Die Polizei muss eingreifen, mehrere Schüsse fallen.

Wanfried – Betroffenheit und Entsetzen herrschen in Altenburschla, nachdem am Montagnachmittag Polizisten auf der B 250 einen 37-Jährigen angeschossen haben, als er sie mit einem Messer angegriffen hatte. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir sind alle betroffen und entsetzt“, sagt Altenburschlas Ortsvorsteher Ulrich Flender. „Waffe weg“, habe jemand mehrfach gerufen – offenbar die Polizisten. Dann fielen mehrere laute Schüsse, beschreibt es Flender, der sich zu dem Zeitpunkt nur wenige Hundert Meter von dem Geschehen aufhielt .

Mehrere Notrufe gingen am Montag gegen 13 Uhr auf der Polizeiwache ein: Ein mit einem Messer bewaffneter Mann sei auf der Bundesstraße zwischen Wanfried und Heldra unterwegs und soll nahe des Ortseingangs Altenburschla versucht haben, Autofahrer anzuhalten. Die Beamten seien sofort ausgerückt, um den Tatverdächtigen vor Ort zu stellen. Der Mann griff die Polizisten mit dem Messer an, „sodass sie mit ihren Dienstwaffen auf ihn schießen mussten“. Das teilten das Polizeipräsidium Nordhessen und die Staatsanwaltschaft Kassel am Montagabend mit.

Schüsse in Wanfried (Werra-Meißner-Kreis): Bewaffneter Mann greift Polizisten an

Auch Autofahrer und Radfahrer aus Altenburschla soll der Mann versucht haben, anzuhalten, während er mit den Armen fuchtelte und wirre Reden schwang, gibt Flender die Beschreibungen der Bürger wieder. Da zunächst niemand genau wusste, was vorgefallen war, brodelte bis in den Abend hinein noch die Gerüchteküche, der Schreck war groß. Von erschossenen Polizisten und einem Amoklauf soll etwa die Rede gewesen sein. Flender mahnt dabei: „Bevor man etwas erzählt, sollte man abwarten und die Fakten überprüfen.“

Zahlreiche Anrufe besorgter Bürger erreichten am Montagnachmittag auch Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Polizei, die diese Extremsituation erst einmal bewältigen musste. Dennoch bin ich enttäuscht von der Informationspolitik im Nachhinein.“ Denn spätestens, als der Rettungshubschrauber kam, hätte er sich eine kurze Entwarnung seitens der Polizei gewünscht, dass die Situation wieder unter Kontrolle ist. Bei seinen Anrufen auf der Polizeistelle sei Gebhard vertröstet worden, eine Mitteilung zur Lage kam dann erst Stunden später am frühen Abend.

Angriff im Werra-Meißner-Kreis: Mann aus Wanfried war der Polizei bereits bekannt

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei zu diesem Zeitpunkt dann mitteilten, war der 37-jährige mutmaßliche Täter aus Wanfried aufgrund seiner psychischen Auffälligkeiten bereits bei der Polizei bekannt. Durch die Schüsse wurde er lebensgefährlich verletzt, wie Polizeisprecher Dirk Bartoldus auf Nachfrage mitteilte. Nach einer Erstversorgung vor Ort brachte ein Rettungshubschrauber ihn in ein Krankenhaus. Dort war er zunächst auf der Intensivstation und wurde im Laufe des gestrigen Tages auf die Normalstation verlegt, so Andreas Thöne von der Staatsanwaltschaft. Zu den Motiven und Hintergründen der Tat konnte Thöne gestern noch keine Auskunft geben.

Die Polizisten, die auf den 37-Jährigen schießen mussten, seien indes psychologisch betreut, berichtet Bartoldus. „Wir hatten Psychologen vor Ort, die sich direkt nach dem Vorfall um die Kollegen gekümmert haben“, berichtet er. Denn es komme nicht jeden Tag vor, dass man auf einen Menschen schießen muss. Ob sich ein Polizist dann zusätzlich vom Dienst freistellen lasse, sei im eigenen Ermessen möglich.

Das hessische Landeskriminalamt sei in diesem Fall mit den weiteren Ermittlungen betraut. Das sei so üblich, wenn Polizisten von der Schusswaffe Gebrauch machten. Neben den Aussagen der Einsatzkräfte vor Ort müssten zudem unabhängige Zeugen befragt werden. Hinweise nimmt das LKA weiterhin entgegen. Hinweise: Tel. 0611/83 83 00. (Jessica Sippel)

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