Modellgebäude soll Angst vor Sanierung nehmen

Wanfrieder Fachwerk-Musterhaus ist das Denkmal des Monats in Hessen

Preisgeldübergabe: Kulturministerin Angela Dorn (Dritte von links) übergibt die 1000 Euro im Beisein von Landtagsabgeordnetem Felix Martin (links) an Bürgermeister Wilhelm Gebhard (Vierter von rechts) und die Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser.
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Preisgeldübergabe: Kulturministerin Angela Dorn (Dritte von links) übergibt die 1000 Euro im Beisein von Landtagsabgeordnetem Felix Martin (links) an Bürgermeister Wilhelm Gebhard (Vierter von rechts) und die Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser.

Der Stadt Wanfried wurde in diesem Monat die Auszeichnung „Denkmal des Monats“ durch Kulturministerin Angela Dorn verliehen. Der Titel ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert.

Wanfried - Dorn hat jetzt das Preisgeld an Bürgermeister Wilhelm Gebhard und die Bürgergruppe zum Erhalt Wanfrieder Häuser überreicht.

Das Gebäude, um 1730 gebaut, wurde modellhaft saniert, steht nun als Bauberatungs- und Informationszentrum zur Verfügung und soll Lust machen, alten Mauern neues Leben einzuhauchen. Mit dem Fachwerkmusterhaus hätten Stadt und Bürgergruppe eines der typischen Wohnhäuser ausgesucht: langjähriger Leerstand, unscheinbares Äußeres mit Asbestzementplatten verkleidet, Baukonstruktion beschädigt, heruntergewohnter Zustand. „Mit viel Engagement und vor allem hervorragender Vernetzung von Handwerk und Denkmalschutz haben die Bürger hier ein Kleinod geschaffen, das in der Wanfrieder Altstadt einen besonderen Akzent setzt“, sagt Dorn. Mit dem Fachwerkmusterhaus sei ein Beratungszentrum entstanden, das Menschen die Angst vorm Fachwerk und der damit verbundenen Sanierung nimmt. „Auch in einem alten Haus kann man modern leben – und verbindet den Komfort des 21. Jahrhunderts mit der Aura der Jahrhunderte, die das Haus schon erlebt hat.“

Das Fachwerkhaus stand 25 Jahre leer, bevor es von 2010 bis 2012 saniert und modernisiert wurde. Die Bürgergruppe initiierte und leitete den Planungs- und Bauprozess, auch das Land Hessen beteiligte sich. Es steht allen offen und kann besichtigt werden. Die Besucherinnen und Besucher lernen dort alles über modernes Wohnen in alten Häusern, Barrierefreiheit, ökologische und wohngesunde Baustoffe wie Holz, Lehm, Kork und Hanf, energetische Sanierung, energiesparende Lichttechnik, Finanzierung und Förderung von denkmalgeschützten Häusern.

Das Fachwerkmusterhaus leistet als Ort der Fortbildung und des Austausches in einer vom demografischen Wandel betroffenen ländlichen Region einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit, heißt es vonseiten des Ministeriums. Die Erfolge bei der Vermittlung von Leerständen und der Einbindung von Neubürgerinnen und Neubürgern sprächen für sich. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Den Preis „Denkmal des Monats“ gibt es seit rund drei Jahren. Vorgestellt werden denkmalpflegerische Maßnahmen aus Hessen, die „individuell, mit handwerklich-technischer Qualität und besonderem Engagement“ ausgeführt wurden. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen wählt die Preisträger aus.  (Tobias Stück)

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