Jugendarbeit in der Diskussion

Wanfrieder Magistrat prüft Optionen für Schulsozialarbeit auf neuem Campus

Schulsozialarbeiter nötig, wenn der Schulcampus fertig ist? Der Magistrat der Stadt Wanfried prüft, inwiefern auf dem neuen Schulcampus ein Schulsozialarbeiter angestellt werden kann. Noch ist der Campus eine Baustelle, im Sommer will die Grundschule aber auf das Gelände ziehen. Archivfoto: Jessica Sippel
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Schulsozialarbeiter nötig, wenn der Schulcampus fertig ist? Der Magistrat der Stadt Wanfried prüft, inwiefern auf dem neuen Schulcampus ein Schulsozialarbeiter angestellt werden kann. Noch ist der Campus eine Baustelle, im Sommer will die Grundschule aber auf das Gelände ziehen. Archivfoto: Jessica Sippel

Die Stadt Wanfried will prüfen, einen Schulsozialarbeiter für den gerade entstehenden Schulcampus zu engagieren. Für einen Jugendpfleger gab es keine Mehrheit.

Wanfried – Angestoßen wurde die Diskussion über die Jugendarbeit im Wanfrieder Stadtparlament von der Partei die Linke. Antonia Krämer brachte einen Antrag ein, nach dem eine Teilzeitstelle für einen Jugendpfleger geschaffen werden sollte beziehungsweise Jugendpflegeleistungen bei der Arbeiterwohlfahrt eingekauft werden sollte. Außerdem müsse das Jugendzentrum wiederbelebt werden. Der Antrag konnte das Parlament nicht überzeugen, sie stimmten mit zehn Nein-Stimmen der CDU mehrheitlich dagegen, es gab fünf Enthaltungen, drei Ja-Stimmen.

Langfristig soll sich aber in der Wanfrieder Jugendarbeit etwas tun, daher plädiert die CDU nach einem Vorschlag von Christian Roth für einen Schulsozialarbeiter. Spätestens, wenn der Schulcampus in Wanfried fertig ist und dort mehr als 500 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, sei das sinnvoll. Der Magistrat der Stadt Wanfried will diese Möglichkeit prüfen. Bürgermeister Wilhelm Gebhard plant dazu Absprachen mit dem Landkreis. „Einen Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche braucht man an den Schulen, wo es einen direkteren Kontakt gibt, als in den Jugendräumen“, erklärt er. Vor Ort könne man Bedarfe erkennen ebenso wie Probleme in der Schule und zu Hause. Das Konzept Jugendpfleger sei nicht haltbar.

Aus Gesprächen mit Jugendlichen wisse Gebhard zudem, dass die Jugendlichen in ihren Jugendräumen unter sich bleiben und sich selbst verwalten wollen. Auch Charlotte Wandt von der SPD bestätigte das bei der Sitzung im Dezember.

Für die Jugendarbeit im Allgemeinen stelle die Stadt Wanfried seit einigen Jahren Mittel im Haushalt bereit. Im aktuellen Haushalt 2022 sowie in dem vom vorigen Jahr sind das 15 550 Euro, die flexibel für jegliche Kosten bereitgestellt werden können, so Gebhard. Das können Ferienspiele sein aber auch Personalkosten, etwa für einen Jugendpfleger oder Sozialarbeiter. Wie und in welchem Umfang das Geld gebraucht wird, entscheide sich oft erst während des laufenden Haushaltsjahres, erklärt Gebhard. Daher nennt sich die Produktbezeichnung im Haushaltsplan ganz allgemein „And. sonstige Aufwendungen für bezogene Leistungen“.

Einen Jugendpfleger gab es in Wanfried zuletzt zu Zeiten des Schutzschirms. Damals teilte sich die Stadt die Jugendpflegerstelle mit Meinhard, teilweise gab es zwölf Jugendräume zu betreuen. 15 Jahre lang übernahm Friedrich Klein diese Aufgabe, darauf folgte seine Nachfolgerin Jennifer Müller, die 2015 in die Sozialarbeit des Landkreises wechselte.

Danach standen Meinhard und Wanfried ohne Jugendpfleger da. Bei der Awo herrschte indes Personalmangel an Sozialarbeitern und Jugendpflegern – insbesondere, als viele Geflüchtete in den Landkreis kamen. Und nun sollen die Möglichkeiten in Richtung Schulsozialarbeit geprüft werden.

Jugendpflege mit Meinhard geteilt

Von Jessica Sippel

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