1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Wanfried

Die Wisera ist zurück im Wasser

Erstellt:

Von: Theresa Lippe

Kommentare

männer richten Schiffmasten auf
Alle packen mit an, um den Masten der Wisera aufzurichten. © wilhelm gebhard/nh

Nach zwei Jahren liegt die Werra-Schute wieder im Hafen. Gerade rechtzeitig, denn in der Außenstelle des Sandesamtes ist bereits die erste Trauung gebucht.

Wanfried – Zurück ins Wasser ging es am Freitagnachmittag für die Wisera in Wanfried. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Sommersaison starten kann. Denn wenn die Werra-Schute am Wanfrieder Hafen zu Wasser gelassen wird, ist nicht nur die Saison in dem Ausflugslokal eröffnet – im gesamten Werratal wird nun der Sommer eingeläutet.

Gegen 17 Uhr kam das große gelbe Kranfahrzeug im Wanfrieder Hafen an und wurde dort schon von knapp 100 Schaulustigen erwartet. „Alles lief nach Plan“, freut sich Hubertus Wetzestein, der mit den Vereinsmitgliedern des Fördervereins „Historischer Hafen Wanfried“ die Wisera wieder fit gemacht hat.

Wanfried: Wisera ist zurück im Wasser

Wegen Corona und den Folgen der Pandemie hatten sich Arbeiten an der Wisera dieses Mal über rund zwei Jahre gestreckt: Am Spanntenwerk musste gearbeitet werden und am Rumpf hätte man Holzplanken austauschen müssen, erklärt Zimmermeister Wetzestein. Diese Wartungsarbeiten würden regelmäßig anfallen. Die Planken müssten zusätzlich alle speziell für die Wisera passend gemacht werden; das sei viel Aufwand, so Wetzestein. Doch nun ist die Wisera wieder dort, wo sie hingehört – in der Werra. Und das gerade rechtzeitig.

Denn seit 2008 dient die Werra-Schute als Außenstelle des Wanfrieder Standesamtes. „Gleich am heutigen Dienstag findet schon die erste Trauung auf dem Schiff statt“, berichtet der Schreinermeister, der ebenfalls Teil des Vorstandes vom Förderverein des Wanfrieder Hafens ist.

Mit schwerem Gerät und viel Muskelkraft: Die Werra-Schute Wisera ist nach langer Zeit an Land nun wieder dort, wo ein Schiff eben hingehört – im Wasser. Am Freitag wurde sie mit einem Kran in die Werra gehoben.
Mit schwerem Gerät und viel Muskelkraft: Die Werra-Schute Wisera ist nach langer Zeit an Land nun wieder dort, wo ein Schiff eben hingehört – im Wasser. Am Freitag wurde sie mit einem Kran in die Werra gehoben. © wilhelm gebhard/NH

Die Vorbereitungen, um die Wisera ins Wasser zu lassen, dauern laut Wetzestein zirka einen halben Tag. Dazu kommt die Anfahrt des Kranfahrzeuges. Etwa eine Stunde dauert es, bis das Boot am Kran befestigt ist und schlussendlich im Wasser liegt. Anschließende Aufbauarbeiten auf der Wisera dauernd nochmals etwa zwei bis drei Stunden.

Schiff ahoi: Werra-Schute ist zurück im Wasser

Alle Arbeiter waren ehrenamtlich im Einsatz, etwa 20 000 Euro fielen für die notwendigen Maschinenanschaffungen und den Materialeinsatz des Vereins an, berichtet der Zimmermeister. „Die VR-Bank-Stiftung hat eine Großspende von 6000 Euro getätigt und uns damit sehr unterstützt.“

Das Schiff wurde vor dem Renaissancefest 2008 von Hubertus Wetzestein und Mitstreitern zu einem historischen Werraschiff umgebaut. Seitdem wird es regelmäßig im Herbst aus dem Wasser gezogen und im Frühjahr wieder eingesetzt. Anders als in den Vorjahren hat die Instandsetzung nun aber deutlich länger gedauert.

Von Theresa Lippe

Auch interessant

Kommentare