Sozialprojekt

Bank investiert 1,5 Millionen Euro in Wanfried für Kulturscheune und Wohnhaus

Die Sparda-Bank Hessen will in Wanfried 1,5 Millionen in einen alten Bauernhof investieren. Peter Hoffmann von der Spardabank (von links), Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard sowie die Bürgergruppenmitglieder Brigitte und Rainer Pagel, Jürgen Rödiger, Dieter Böttcher, Harald Wagner und Diana Wetzestein besichtigen das Objekt.
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Die Sparda-Bank Hessen will in Wanfried 1,5 Millionen in einen alten Bauernhof investieren. Peter Hoffmann von der Spardabank (von links), Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard sowie die Bürgergruppenmitglieder Brigitte und Rainer Pagel, Jürgen Rödiger, Dieter Böttcher, Harald Wagner und Diana Wetzestein besichtigen das Objekt.

Es soll ein Hof für alle werden: Die Sparda-Bank Hessen investiert in Wanfried 1,5 Millionen Euro und will dort ein Mehrgenerationenhaus mit Kultuscheune erschaffen.

Wanfried – 1,5 Millionen Euro will die Sparda-Bank Hessen in einen alten Bauernhof im Herzen Wanfrieds investieren. Auf dem 4200 Quadratmeter großen Grundstück mit Zweifamilienhaus, Nebengebäude und einer Scheune sollen im Rahmen des Projekts „Mensch Zukunft“ künftig mehrere Generationen gemeinsam leben, in der Scheune sollen Kulturveranstaltungen stattfinden, erklärt Peter Hoffmann, Prokurist bei der Sparda-Bank und Geschäftsführer der Sparda Immobilien GmbH und Co. KG.

Für etwas über 300 000 Euro hat die Genossenschaftsbank das seit etwa einem Jahr leer stehende Objekt an der Marktstraße erworben, sagt Hoffmann. Der Kaufpreis ist im Budget bereits eingerechnet, von den übrigen 1,2 Millionen Euro soll das Objekt nun ausgebaut und energetisch saniert werden. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. In den kommenden Tagen stehe ein Treffen mit dem Architekten von Luther-Bauplanung für genauere Absprachen an.

Sparda-Bank sucht alte Aufnahmen des Gebäudes

Ziel der Initiative „Mensch Zukunft“ ist es, sozial nachhaltiges Engagement neu zu denken. Etwa indem man den demografischen Wandel gestaltet, Bildung und soziale Integration fördert, das Klima schützt, bezahlbaren Wohnraum schafft und sozialen Zusammenhalt fördert.

Die Genossenschaftsbank sucht nun alte Aufnahmen des Gebäudes und der Marktstraße in Wanfried. Diese können entweder per Mail an uk@sparda-hessen.de gesandt oder in die Filiale in Eschwege, Marktplatz 13, gebracht werden. Dort werden die Aufnahmen digitalisiert, sodass die Originale nicht weggegeben werden müssen. Die schönste Aufnahme wird mit 300 Euro prämiert, für die Plätze zwei und drei gibt es 200 und 100 Euro. Die Bank bittet bei der Einsendung darum, Anschrift und Telefonnummer anzugeben. Einsende- beziehungsweise Abgabeschluss ist der 6. August 2021.

Sie sind der Grund: Die Bürgergruppe Wanfried engagiert sich schon seit Jahren

Verkauft hat das Haus Dieter Hütterott, der schon seit mehr als 50 Jahren in Hamburg lebt. Auf Wanfried aufmerksam geworden ist Hoffmann durch die Bürgergruppe in Wanfried. Für ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Stadt und der Fachwerkhäuser wurden die Mitglieder bereits ausgezeichnet. „Es braucht Menschen wie Sie, die mit Leidenschaft ihren Ort verschönern wollen. Sie sind der Grund, aus dem wir heute hier sind“, sagt Hoffmann bei der Begehung der Grundstücks an die Bürgergruppe gewandt. Zudem habe Wanfried eine optimale Lage und als ehemalige Flusshandelsstadt auch eine historische Bedeutung.

Die Bürgergruppe bietet in diesem Zuge ihre Beratung und ihren Ideenreichtum bei der Umsetzung des Projekts in Wanfried an. Denn neben der nachhaltigen Sanierung der Gebäude sei auch Barrierefreiheit wichtig. „Wir sind an jedem Impuls interessiert und offen“, betont Hoffmann. Ziel sei es auch, an dem Standort eine Genossenschaft zu etablieren, damit die Bürger aktiv mitentscheiden können, was für den lebenswerten Ort nötig ist.

Geplant sind in Wanfried ein Mehrgenerationenhaus mit Nebengebäude und eine Kulturscheune

In dem mehrstöckigen gut 400 Quadratmeter großen Haupthaus – dem zukünftigen Mehrgenerationenhaus – sollen Wohnungen entstehen. „Ganz früher war es mal ein Pfarrhaus, bevor es ein Bauernhof wurde“, weiß Diana Wetzestein von der Bürgergruppe. Es wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut.“ Das Nebengebäude entstand in den 1920er-Jahren und soll den Bewohnern zusätzlich mit Gemeinschaftsräumen zur Verfügung stehen. „Ich stelle mir zum Beispiel eine Gemeinschaftsküche und -werkstatt vor“, beschreibt Hoffmann. Die Kulturscheune wird für die breite Öffentlichkeit da sein, gegebenenfalls soll es dort neben regelmäßigen Veranstaltungen auch gastronomische Angebote geben. Es gibt zudem angrenzende Flächen, auf denen in Zukunft weiterer Wohnraum entstehen könnte.

Diese alte Scheune auf einem ehemaligen Bauernhof in Wanfried soll einmal eine Kulturscheune werden - mit Konzerten, Theater und Gastronomie.

„Wanfried ist unser Pilotprojekt. Über unsere Initiative wollen wir hessenweit weitere Kommunen fördern“, sagt Hoffmann. Für Wanfried sei das Projekt ein Glücksfall, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Gleichzeitig sei es auch ein Ritterschlag für die Arbeit der vergangenen 13 Jahre, sagt er, in denen die Stadt und die ehrenamtliche Bürgergruppe kontinuierlich und erfolgreich daran arbeiteten, dem Trend der Landflucht entgegenzuwirken. (Von Jessica Sippel)

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