Zeugen gesucht

Wanfried: Unbekannte entsorgen illegal ihren Müll im Wald

Ladefläche des Multivans ist voll: Andreas Henning (von links), Christian Diete, Markus Peterseim und Wilhelm Gebhard nach getaner Arbeit.
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Ladefläche des Multivans ist voll: Andreas Henning (von links), Christian Diete, Markus Peterseim und Wilhelm Gebhard nach getaner Arbeit.

Im Grenzgebiet zwischen Katharinenberg und Wanfried haben Unbekannte ihren Müll entsorgt. Die Bürgermeister packten bei der Beseitigung nun mit an.

Wanfried – Ein Geschirrspülmaschine, ein Spülbecken samt Arbeitsplatte und ein altes PVC-Wellplattendach sind wohl das letzte, das man bei einem gemütlichen Abendspaziergang im Wald zu finden erwartet. Doch genau so ging es Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard (CDU), der diesen illegal entsorgten Müll kürzlich im Wald beim thüringisch-hessischen Grenzgebiet zwischen Katharinenberg und Wanfried gefunden hat – erneut gibt es dort illegal entsorgten Müll zu beklagen.

Die Kosten der Entsorgung trägt jetzt erst einmal die Allgemeinheit. Das ist bitter und stellt zudem ein asoziales Verhalten der Verantwortlichen dar.

Wilhelm Gebhard (Bürgermeister Wanfried) und Andreas Henning (Bürgermeister Südeichsfeld)

Er informierte daraufhin seinen Amtskollegen der Landgemeinde Südeichsfeld, Andreas Henning (parteilos), der sofort reagierte. Beide sind fassungslos, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Gemeinsam mit den Bauhofmitarbeitern Christian Diete und Markus Peterseim vom Bauhof der Landgemeinde Südeichsfeld haben sie den Unrat aus der Landschaft geholt.

Der Müll müsse bereits seit einigen Monaten dort liegen, so die Vermutung der Beteiligten, denn er war bereits im Gestrüpp eingewachsen und von hohen Brennnesseln umgeben. Die Abschnittreste des Wellplattendachs schienen noch neu zu sein.

„Vielleicht erkennt jemand diese Art des Dachs und weiß von einer Neueindeckung innerhalb der letzten Monate“, sagen Henning und Gebhard. Sie hoffen auf Hinweise, denn nur wenige Meter weiter wurden innerhalb der vergangenen Tage etwa zehn schwarze Säcke und zwei alte grüne Schaumstoffmatratzen direkt am Wegesrand abgelegt, berichtet Gebhard.

Der Inhalt der Säcke bestand fast ausschließlich aus abgelaufenen Lebensmitteln, die teilweise noch verpackt waren. Kassenzettel aus dem Jahr 2007 vom Aldi in Dingelstädt, vom Edeka Markt in Struth und vom Kaufland in Eschwege deuten auf Täter aus dem Umfeld hin.

Gebhard und Henning vermuten eine Haushaltsauflösung oder eine Hausübergabe. „Die Kosten der Entsorgung trägt jetzt erst einmal die Allgemeinheit. Das ist bitter und stellt zudem ein asoziales Verhalten der Verantwortlichen dar“, sind sich Henning und Gebhard einig.

Müll im Wald entsorgen: Bußgeld bis 1500 Euro möglich

Wie Polizeisprecher Jörg Künstler von der Polizeidirektion Werra-Meißner erklärt, werden solche Taten mit einem Bußgeld geahndet. Je größer und sperriger der Müll, desto teurer kann es werden: zwischen 300 bis zu 1500 Euro können je nach Größe und Gewicht fällig werden – etwa bei Badewannen, Spül- und Waschmaschinen und Kühlschränken.

Treten dabei auch noch Schadstoffe aus die die Natur und das Tierreich gefährden können, etwa Kühlmittel oder Öl, kann es je nach Schwere bis zu 2500 Euro kosten. Hier sei auch ein Straftatbestand denkbar, so Künstler.  

Von Jessica Sippel

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