Wolf im Kreis

Wanfried und Geismar: Bürgermeister berichten von Frageflut nach Wolfswarnung

Reste des Kalbs am Samstag bei Geismar.
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Reste des Kalbs am Samstag bei Geismar.

Die Bürgermeister aus den Gemeinden Geismar (Thüringen) und Wanfried (Hessen) haben die Bevölkerung nach einem möglichem Nutztierriss bei Geismar gewarnt.

Geismar/Wanfried – In der Nacht vom vorigen Freitag zu Samstag ist es in der Gemarkung der zu Wanfried und Meinhard benachbarten thüringischen Gemeinde Geismar möglicherweise zum Angriff eines oder mehrere Wölfe auf Nutztiere gekommen.

Wir wollten eigentlich nur informieren, dass es möglicherweise einen Wolfsriss gab und vor allem Wanderer in der Gegend auffordern, aufmerksam und vorsichtig zu sein.

Martin Kozber, Bürgermeister Gemeinde Geismar

Wie der Bürgermeister der Gemeinde Geismar, Martin Kozber, und der Wanfrieder Bürgermeister Wilhelm Gebhard über soziale Netzwerke am Samstag mitteilten, seinen auf einer Weide bei Geismar eine Mutterkuh und ihr neugeborenes Kalb tot aufgefunden worden. Der zuständige Jagdpächter habe die Information bestätigt. In seiner Nachricht an die Öffentlichkeit warnte Gebhard alle Nutztierhalter in der Region daraufhin vorsorglich, ihre Weidetiere über Nacht zu sichern und einzuschließen.

Wie Geismars Bürgermeister am Montag auf Anfrage berichtete, habe die Information zu einer „wahnsinnigen Fragenflut“ aus der Bevölkerung geführt. „Wir wollten eigentlich nur informieren, dass es möglicherweise einen Wolfsriss gab und vor allem Wanderer in der Gegend auffordern, aufmerksam und vorsichtig zu sein“, sagt Kozber. Stattdessen hätten sich gefühlte 80 Millionen Experten gemeldet.

Vergleichbar mit dem Land Hessen hat auch Thüringen ein Wolfsmonitoring – das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs – das dem thüringischen Umweltministerium untersteht. Wie der Sprecher des Ministeriums, Tom Wetzling, gestern bestätigte, war der Anruf über den möglichen Wolfsriss am Samstag auf das sogenannte Wolf-Luchs-Telefon in Erfurt eingegangen.

Reste des Kalbs am Samstag

Am Montagnachmittag war dann eine durch das thüringische Wolfsmanagement beauftragte Rissgutachterin vor Ort. „Die Gutachterin hat sich die beiden Kadaver der Kuh und des Kalbes angeschaut und Genproben entnommen“, sagte Wetzling.

Es sei nicht klar, ob der Wolf die Tiere nur nachgenutzt habe – das heißt, dass die Tiere bereits tot waren, als der Wolf seine Mahlzeit begann. Zumindest der Kadaver des Kalbes war bis auf den Kopf und die Läufe wegegefressen. „Beim Muttertier hat die Gutachterin keine wolfstypischen Rissspuren entdeckt“, so der Ministeriumssprecher.

Die Probe, die am Montagnachmittag genommen wurde – also fast drei Tage nach dem Angriff – wurde jetzt nach Aussage des Ministeriums an das Senkenberg-Institut im hessischen Gelnhausen zur Genanalyse eingesandt. Dort werden auch die Rissproben aus Hessen untersucht. Mit einem Ergebnis ist frühestens in 14 Tagen zu rechnen.

Von Stefanie Salzmann

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