Wanfried: Terminal und QR-Codes sollen Besucher informieren

Wanfrieder Stadtkirche wird digital

So könnte es aussehen: Das Infoterminal.
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Die Fassade der Stadtkirche Wanfried

Die Stadtkirche zu Wanfried soll für ihre Besucher digitaler werden. Geplant ist ein Informationsterminal, das im Haupteingang platziert ist, sowie QR-Codes an mehreren Punkten in der Kirche. Heimische ebenso wie auswärtige Gäste der Kirche haben dadurch die Möglichkeit, vieles rund um das Gotteshaus zu erfahren – etwa den geschichtlichen Hintergrund und die Besonderheit der Architektur des Gebäudes.

Wanfried - „Wir haben das große Glück, dass sich viele Touristen die Kirche anschauen, die Frequenz ist erstaunlich hoch“, sagt Wolf-Arthur Kalden, Vorsitzender des Fördervereins der Kirche. Insbesondere Wanderer, Radfahrer und Kanufahrer seien häufig anzutreffen. Aus diesem Grund sei dieses Infoterminal sinnvoll. „Es ist schade, wenn die Besucher nur kurz in die Kirche blicken und beim Hinausgehen nichts gelernt haben“, sagt Kalden. Schade auch angesichts der vielen Restaurations- und Sanierungsarbeiten, die in den vergangenen Jahren stattgefunden haben, findet er. Zwar könnten auch jederzeit Kirchenführungen gebucht werden, die wenigsten spontanen Gäste nähmen dieses Angebot jedoch in Anspruch.

Fördersumme hat Kirche bereits erhalten

Die Förderzusage der Bundesregierung im Rahmen des Soforthilfeprogramms „Kirchturmdenken“ in Höhe von 23 000 Euro hat der Förderverein der Kirche bereits erhalten – jedoch mit einem Haken: Das gesamte Projekt muss bereits am 31. Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein, der Infoterminal muss dann stehen. Deshalb wird jetzt auf Hochtouren an dem Konzept gearbeitet, die technische Umsetzung entwickelt und Gespräche mit der Denkmalpflege werden geführt. Zudem muss der Förderverein noch selbst 8000 Euro Eigenanteil vorhalten, weshalb er nun zu Spenden aufruft. Etwa die Hälfte der Summe hat der Verein schon zusammen, weitere Einnahmen fließen über die verschiedenen Veranstaltungen wie etwa Konzerte in den Topf.

Kalden ist zuversichtlich, dass das klappt. „Wir haben erst vor kurzen zufällig durch Diana Wetzestein von dem Soforthilfeprogramm erfahren, deshalb müssen wir uns jetzt ins Zeug legen. Es wird sportlich“, sagt er.

Multimediales Infoportal

Über das multimediale Infoterminal können Besucher sich dann beispielsweise Bilder und Videos anschauen. Dazu kommen informative Texte, etwa zum Eisenacher Regulativ sowie der Architekturphase des Historismus, wonach die Kirche erbaut und gestaltet wurde, oder auch Geschichtliches, das sich in Wanfried und der Region zur Zeit des Kirchenbaus ereignet hat. Fachlich und textlich unterstützt wird das Projekt von Professor Wolfgang Brönner aus Mainz, einem erfahrenen Experten zum Thema Historismus, wie Kalden erklärt. Er betont dabei: „Es soll nicht die Internetpräsenz kopiert werden, das ist ein eigenes Projekt.“

Auch für Kinder soll etwas geboten werden, sagt Kalden. Zum Beispiel Spiele und virtuelle Puzzle mit Motiven aus der Wanfrieder Stadtkirche. Beim Terminal am Haupteingang soll es nicht bleiben. An verschiedenen Punkten in der Kirche verteilt sind sogenannte QR-Codes geplant – etwa an der Kanzel und der Patronatsstube. Scannt man diese Codes mit dem Smartphone, gelangt man zu weiterführenden Informationen über das Objekt. Mit diesen digitalen Möglichkeiten können Besucher spontan die stets geöffnete Kirche besuchen, dort verweilen und sich über die besondere Geschichte des Hauses informieren. (Jessica Sippel)

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