Wasserkocher gegen Koffer

Wanfrieder tauscht via Internet, um Seenotrettung und Freund zu helfen

Ertauscht: Der 23-jährige Lorenz Kalden hat eine Tauschaktion ins Leben gerufen. Aus einem Wasserkocher wurden unter anderem bisher ein Bett, ein iPhone7 und ein kaputter Fernseher.
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Ertauscht: Der 23-jährige Lorenz Kalden hat eine Tauschaktion ins Leben gerufen. Aus einem Wasserkocher wurden unter anderem bisher ein Bett, ein iPhone7 und ein kaputter Fernseher.

Aus wenig mach viel: Der 23-jährige Wanfrieder Lorenz Kalden hat im Internet eine Tauschaktion ins Leben gerufen, aus deren Erlös er die Seenotrettung und einen Freund unterstützen will.

Wanfried – Die Geschichte ist legendär und klingt verrückt: 2006 bietet der Kanadier Kyle MacDonald über das Internet eine rote Büroklammer zum Tausch an. Sein Ziel, so lange Dinge zu tauschen, bis er ein eigenes Haus hat. Am Ende kann er eins der ertauschten Dinge gegen eine Rolle beim Film tauschen und dafür bietet ihm der Bürgermeister der Stadt Kipling ein zweistöckiges Wohngebäude an.

2000 Euro sind sein Ziel

Der 23-jährige Lorenz Kalden aus Wanfried hat jetzt eine vergleichbare Aktion ins Leben gerufen – allerdings nicht mit dem Ziel Eigenheim. Der Erzieher will auf diesem Weg Geld sammeln, um die Seenotrettung und einen guten Freund in Not zu unterstützen. 2000 Euro will er zusammenbekommen: „Die würde ich dann auf die Seenotrettung und meinen Freund gleichmäßig verteilen“, sagt er.

Sein Einsatz: ein roter Wasserkocher

Vor gut zwei Wochen hat er die Tauschaktion mit einem feuerroten Wasserkocher begonnen. Den hat er unter dem Hashtag „upgradingforlife“ auf Instagram angeboten. Dort stellte er, der dort Lorenz_uli heißt, seine Aktion vor. Die Resonanz ist groß, für den Wasserkocher bekamt Lorenz Kalden einen Rollkoffer, den wiederum tauschte er gegen einen Fernseher.

„Der Fernseher ist allerdings kaputt gewesen“, erzählt er. Deshalb ließ er auf Instagram darüber abstimmen, was mit dem defekten Gerät passieren soll. „Ich kann alles reparieren, hab mich aber entschieden, aus dem Gerät eine Softbox zu bauen, die schönes Licht – zum Beispiel für Instagram-Models – produziert.“

Viele Sachspenden gehen ein

Vor allem aber haben den jungen Mann in den vergangenen Tagen zahlreiche Spenden erreicht, die er nun zum Teil in seiner Göttinger Wohnung hortet. Dazu gehören ein 1,40 Meter breites Bett samt Matratze, ein iPhone 7 und ein voll funktionsfähiger Computer. „Deshalb habe ich auch angefangen, die Sachen inzwischen zu verkaufen“, sagt er und verweist auf einen Link zu Ebay-Kleinanzeigen.

Seinen Wunsch, die Seenotrettung zu unterstützen, begründet Lorenz Kalden auch damit, dass er als Erzieher viel mit Kindern und Jugendlichen, die einst allein oder mit ihren Eltern übers Meer geflüchtet sind, zu tun hat. „Die haben Schlimmes erlebt und ich weiß, wie viele Menschenleben die Seenotrettung gerettet hat.“

Sein Freund, der seit langer Zeit Probleme habe und dem Kalden helfen will, weiß bisher nichts von der Aktion. „Aber ich bin sicher, dass das seine Lebensqualität wieder erheblich verbessern wird.“ Stefanie Salzmann

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