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Wanfrieds Pfarrerin Rosemarie Kremmer ist seit 15 Jahren im Amt

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Von: Theresa Lippe

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Machen gerne zusammen Musik: Wanfrieds Pfarrerin Rosemarie Kremmer mit ihrer Tochter Greta.
Machen gerne zusammen Musik: Wanfrieds Pfarrerin Rosemarie Kremmer mit ihrer Tochter Greta. © Theresa Lippe

„Ein Gottesdienstbesuch ist kein Treffen an der Pommesbude“, sagt Wanfrieds Pfarrerin Rosemarie Kremmer (45) über den anstehenden Weihnachtsgottesdienst in der Stadtkirche.

Wanfried – Seit 15 Jahren ist die gebürtige Hersfelderin nun schon in Wanfried im Einsatz und auch dieses Jahr wird es bei ihr, anders als in vielen Gemeinden, keinen Kindergottesdienst mit Krippenspiel geben, sondern eine Andacht für alle. „So haben meine Eltern das auch schon immer in ihren Gemeinden gemacht.“ Kremmer ist in einem Pfarrhaus als das älteste von sieben Kindern aufgewachsen. „An Weihnachten gibt es eine strenge Liturgie, die setze ich um.“

Als Kind sei der Pfarrberuf der schönste der Welt für sie gewesen: „Meine Eltern haben nie von Stress gesprochen und waren immer viel bei und mit den Menschen unterwegs.“ Und bis zur eigenen Konfirmation war sie sich ihrem Glauben auch sehr sicher. „Als Teenager geriet ich dann in den klassischen Konflikt – mit meinen Eltern und mit Gott. Da war in mir ein ziemliches Durcheinander“, sagt die Pfarrerin.

Den Entschluss Theologie zu studieren, fasste sie dann in der 11. Klasse. Kremmer, die damals noch Schmidt-Nohl hieß, hätte einen Traum von Jesus gehabt, den sie als Zusage von Gott in Konfliktsituationen deutete. Schlussendlich führte Kremmers Weg über die Universitäten in Bethel, Marburg und Göttingen nach Kassel-Lohfelden, wo sie ihr zweijähriges Vikariat absolvierte. „Im November 2007 habe ich dann die Pfarrstelle in Wanfried angetreten“, blickt sie auf ihre Laufbahn zurück.

In Wanfried lernte sie auch ihren heutigen Mann Klaus (47) kennen, 2011 läuteten die Hochzeitsglocken. „Auch wenn mein Mann katholisch ist – unser Glaube war beim Kennenlernen eine tolle gemeinsame Basis“, berichtet Wanfrieds Pfarrerin. Ihre gemeinsame Tochter Greta ist inzwischen 8 Jahre alt und ihr größtes Glück. Gemeinsam lebt die Familie mit Hündin Lovis im Elternhaus ihres Mannes. Der ist seit September Vorstand der Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung.

Für Wanfrieds Pfarrerin sei wichtig, das Evangelium zu kommunizieren, „nicht nur im gesprochenen Wort im Gottesdienst.“ Das passiere durch alles, was man lebt. „Die Arbeit an und mit den Menschen ist mir sehr wichtig.“ Diese liege aber oft zwischen Freud und Leid.

Besonders am Herzen liegen ihr dabei die Trauergottesdienste. „Da ist es wichtig, nah bei den Menschen zu sein und mit der rituellen Führung durch die schwierige Zeit zu helfen“, sagt Kremmer.

Aber auch für gute Laune ist Kremmer zu haben: „Der Gottesdienst zum Schützenfest ist immer eine tolle Veranstaltung.“ Eines ihrer liebsten Projekte sei zudem der Kinderchor „Kirchenspatzen“. Musik sei der Pfarrerin, auch in der Gestaltung von Gottesdiensten, sehr wichtig. So spielt sie unter anderem selbst Klavier, singt mit ihrer Tochter und ist Mitglied im Posaunenchor.

Rosemarie Kremmer ist angekommen. „Als Zugezogene war es für mich als Pfarrerin sehr einfach, Anschluss zu finden“, lautet ihr Fazit nach 15 Jahren in Wanfried. Ihren Job deutlich erleichtern würde dabei vor allem der Kirchenvorstand. Auch ihre Vorgängerin, die 30 Jahre im Amt war, sei ihr eine große Stütze.

„Was ich in all der Zeit gelernt habe, ist, für den Einkauf immer 30 Minuten mehr einzuplanen“, sagt Kremmer lachend. Denn als Wanfrieds Pfarrerin gibt es immer Menschen, die Gesprächsbedarf haben. „Da möchte ich natürlich niemanden abweisen.“

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