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Warntag-Bilanz: Kreis ist zufrieden - Sirenen werden aufgerüstet

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Von: Konstantin Mennecke

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Sie werden fast überall noch analog angesteuert: Sirenen werden im Werra-Meißner-Kreis 2023 weiter digitalisiert.
Sie werden fast überall noch analog angesteuert: Sirenen werden im Werra-Meißner-Kreis 2023 weiter digitalisiert. © Foto: Konstantin Mennecke

Werra-Meißner – Der bundesweite Warntag war mit Blick auf den Werra-Meißner-Kreis ein Erfolg. Diese Bilanz zieht Landrätin Nicole Rathgeber auf Anfrage unserer Zeitung. Gleichzeitig gibt es mit Blick auf die Umrüstung der Sirenen auf kommunaler Ebene noch einiges zu tun.

Die Technik, die seitens des landkreiseigenen Gefahrenabwehrzentrums angesteuert wurden – dazu zählt die Alarmierung der analogen Sirenen – hat reibungslos funktioniert. Um eine Redundanz der Alarmierung über das digitale Funknetz testen zu können, wurden zeitgleich zudem fast 1700 Einsatzkräfte über die App GroupAlarm alarmiert – auch hier gab es keinerlei Probleme.

Kurzfristig im Katastrophenfall alle Sirenen im Landkreis auslösen, das ist mit der aktuellen Technik nicht möglich. Alle im Landkreis vorhandenen Sirenen mit einem analogen Steuerempfänger „wurden von der Zentralen Leitstelle des WMK alarmiert. Aufgrund der analogen Funktechnik sind hierfür circa 20 Minuten erforderlich“, teilt Landkreis-Sprecher Jörg Klinge mit.

Damit künftig innerhalb weniger Sekunden die Sirenen angesteuert werden können, sollen die Sirenensteuerungen auf digitale Technik umgerüstet werden. Die Stadt Waldkappel hat als einzige Stadt im Kreis diesen Prozess schon abgeschlossen. Auch hier lief die Alarmierung, in diesem Fall durch die Leitfunkstelle Kassel, problemlos. Einzig eine der beiden Sirenen in Bischhausen habe nicht ausgelöst. Die Stadt habe laut Kreisverwaltung die Überprüfung direkt veranlasst.

Weiteres Problem der analogen Sirenen: Sie können nur mit dem klassischen „Feueralarm“ alarmiert werden – das Signal, das monatlich als Probealarm oder bei meist größeren Einsätzen der Feuerwehr zu hören ist. Der Bund schult in seinem Informationsmaterial aber das Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung“, das früher landläufig Fliegeralarm genannt wurde, sowie, bei Aufhebung der Gefahrensituation, das Signal „Entwarnung“, ein einminütiger Dauerton.

Diese Signale gibt es bislang nur an den digitalen Sirenen in Waldkappel. Allerdings solle sich dies schnellstmöglich ändern. Laut Kreisverwaltung haben alle Kommunen Anträge gestellt, um Fördermittel des Bundes für die Umrüstung der Sirenen zu erhalten. Unterstützung gibt es auch vom Land. „Das Land Hessen beteiligt sich mit einer Sachförderung an den neuen Sirenensteuerungen“, sagt Klinge. Wenn die Umstellung erfolgt ist, können auch die Töne Warnung der Bevölkerung und Entwarnung wiedergegeben werden.

Idealerweise hätten die Kommunen ihre Sirenen schon umgerüstet. „Aktuell bestehen bei Motorola als Zulieferer für die neuen Sirenensteuerungen globale Lieferengpässe, so dass vermutlich erst ab dem zweiten Quartal 2023 weitere Sirenenstandorte ertüchtigt werden können“, heißt es seitens der Kreisverwaltung. Dabei werden lediglich kleine Kästen ausgetauscht, die die Ansteuerung der Sirenen übernehmen. Die unterschiedlichen Sirenensignale selbst werden aufgrund unterschiedlicher Motor-Drehzahlen in den Sirenen erzeugt – ausgenommen davon sind Sirenen mit Hochleistungslautsprechern, wie sie unter anderem in Kassel zu finden sind.

Wo neue Sirenen aufgestellt werden, wird nach einer umfassenden Prüfung festgelegt. „Die entsprechenden Standorte werden unter Berücksichtigung der erwarteten Schallausbreitung und damit der Hörbarkeit definiert.“ Neu ist unter anderem eine Mast-Sirene in Neu-Eichenberg.

Von Konstantin Mennecke

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