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Mit Aussaat begonnen: Warten auf die pinken Blüten in Germerode und Grandenborn

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Die Mohnblüte in Germerode und Grandenborn verzaubert jedes Jahr erneut viele Besucher. Die ersten Blüten öffnen sich häufig in den Tagen um die Sommersonnenwende. archiv
Die Mohnblüte in Germerode und Grandenborn verzaubert jedes Jahr erneut viele Besucher. Die ersten Blüten öffnen sich häufig in den Tagen um die Sommersonnenwende. © Sina Grimm

Ein wahres Blütenmeer ziert die Landschaft rund um die Dörfer Germerode und Grandenborn jedes Jahr. Noch wird es einige Monate dauern, bis Besucher die Millionen pinkfarbener Mohnblüten bestaunen können.

Werra-Meißner – Ein echter Besuchermagnet ist die Mohnblüte in Germerode und Grandenborn. Mit der Aussaat wurde kürzlich begonnen.

Die Aussaat

Der Kulturmohn wird im Frühjahr auf den Feldern um Germerode und Grandenborn ausgesät. „Sobald es das Wetter zulässt, kann es ab März losgehen. In der letzten und vorletzten Woche haben wir damit begonnen“, sagt Björn Sippel vom Meißnerhof Germerode, der gemeinsam mit seiner Familie den Mohn seit 2009 anbaut. Ausgesät wurde Sommermohn der Sorte Mieszko.

Der Kulturmohn wird im Frühjahr auf den Feldern um Germerode und Grandenborn ausgesät. Björn Sippel hat damit in den vergangenen Wochen begonnen.
Der Kulturmohn wird im Frühjahr auf den Feldern um Germerode und Grandenborn ausgesät. Björn Sippel hat damit in den vergangenen Wochen begonnen. © Björn Sippel

Wärme und Regen, aber auch die Tageslänge beeinflussen Wachstum und Blütenentwicklung. „Der Frühjahrsregen ist besonders gut für die Bodenfeuchte. Wir hoffen also mit der Feuchtigkeit auf eine gute Entwicklung“, sagt Sippel. Im vergangenen Jahr sei die Blüte wegen der Trockenheit recht kurz gewesen – die Pflanzen waren relativ klein.

Übrigens: Der Anbau von Kulturmohnbau erfordert einen stetigen Felderwechsel. Wird in einem Jahr auf einem Feld angebaut, sollte frühestens nach drei Jahren wieder dort Mohn ausgesät werden.

Die Blüte

Die Mohnblüte in Grandenborn beginnt erfahrungsgemäß etwas später als in Germerode. In Wendershausen könnte der Mohn aufgrund der Tallage etwas früher blühen. Die ersten Blüten öffnen sich häufig in den Tagen um die Sommersonnenwende – also um den 20. Juni herum.

Jede Pflanze trägt bis zu zehn Blüten, die sich – über mehrere Tage verteilt – nach und nach öffnen. So dauert die Hauptblüte eines Feldes meist etwa eine Woche. Am schönsten soll die Mohnblüte am frühen Morgen sein – denn dann öffnen sich die frischen, knittrigen Blütenblätter, die ersten Sonnenstrahlen spiegeln sich in den Tautropfen.

Germerode

Die pinkfarbenen Blütenfelder begeistern in Germerode nach wie vor die Besucher – im Jahr 2010 wuchs dort zum ersten Mal Mohn auf 1,5 Hektar. Mittlerweile blühen von Ende Juni bis Anfang Juli zirka 25 Hektar. Und damit wuchs auch das Angebot für Besucher. Ob der vier Kilometer lange Mohnwanderweg, die Mohntenne, Planwagenfahrten mit der Mohnschnecke oder das Mohnkino – zahlreiche Veranstaltungen drehen sich rund um die Blüte.

Grandenborn

Leuchtende Farben bestaunen Besucher bereits seit 2017 auch in Grandenborn. Auch wenn die Mohnblüte kleiner als in Germerode ist – im Jahr 2019 waren es fünf Hektar Mohn – gibt es vor Ort ebenfalls ein besonderes Angebot für alle Besucher. So führt ein vier Kilometer langen Weg entlang der Felder, Führungen, Planwagenfahrten und weitere Veranstaltungen sind jedes Jahr Höhepunkte.

Die Ernte

Etwa sechs Wochen nach der Blüte beginnt die Ernte. Pro Hektar wird – je nachdem, wie viele Knospen die Pflanzen ausgebildet haben – zwischen 500 und 1000 Kilogramm Mohn geerntet. Etwa 20 Prozent davon werden zu Öl verarbeitet, erklärt Sippel. Aber auch Rapsblütenhonig oder Nudeln mit Mohn werden daraus zum Beispiel hergestellt. Ein Teil der Ernte geht auch an Bäcker.

Frau Holle

Was wäre der Werra-Meißner-Kreis ohne die Sagen rund um Frau Holle? Auch der Mohn kommt nicht ganz ohne sie aus. Denn: Frau Holle soll den Mohn ganz besonders gern gehabt haben, heißt es. Dem Volksmund nach, ist die Figur für das Wetter verantwortlich – im Frühjahr sorgt sie für fruchtbare Äcker und Wiesen, in der Wintersaison für den Schnee. Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag soll Frau Holle wilden Heer und viel Radau umherziehen, die Seelen der Verstorbenen einsammeln und unter den Frau-Holle-Teich bringen. Von dort aus werden sie wiedergeboren. Passend dazu, hält sich das Gerücht, dass kleine Kinder aus dem Frau-Holle-Teich kämen. Um Frau Holle milde zu stimmen und den Segen für Felder und Familie zu erbitten, stellten die Menschen aus der Region also Opfergaben bereit – und dazu soll auch die Lieblingsspeise der Frau Holle gehört haben: Der Mohn. mohnbluetefrauholle.land

(Julia Stüber)

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