Viele Baustellen

Warum Autofahrer im Kreis zurzeit viel Geduld brauchen

Derzeit Arbeiten an der Brücke: Viel Zeit benötigt die Sanierung der Brücke über die alte Bahnstrecke in Witzenhausen. Die Fahrbahn muss komplett neu gemacht werden. Ansonsten ist bereits das Stück des Landesstraße 3454 vom Abzweig zum Eschenbornrasen parallel zum Stieg mit einer neuen Decke versehen worden. Die weiteren Straßenarbeiten bis Wendershausen folgen noch. Foto: Forbert

Werra-Meißner. Viele Autofahrer im Werra-Meißner-Kreis sind sauer: Derzeit hat Hessen Mobil gleich drei Baustellen rund um Witzenhausen eingerichtet, auch am Meißner ist die Fahrt eingeschränkt.

Wir haben nachgefragt, warum sich die Arbeiten nicht besser koordinieren ließen und wann sie beendet sein sollen. Das Ergebnis: Hier sind viele unglückliche Umstände zusammengekommen. Unser Überblick:

Straße zwischen Wendershausen und Witzenhausen

Eigentlich war die Sanierung der Landstraße schon für 2014 vorgesehen, teilt Hessen-Mobil-Sprecherin Cornelia Höhl auf Anfrage mit. Die Straße sei sehr uneben gewesen, gleichzeitig sei die ehemalige Bahnbrücke beschädigt. Weil jedoch 2014 im Landeshaushalt das Geld knapp wurde, mussten Bauarbeiten verschoben werden. 2015 sei das Projekt vorrangig behandelt und im April gestartet worden.

Reparatur der Brücken an der B 27 bei Unterrieden

Bei einer turnusmäßigen Überprüfung wurden Schäden festgestellt, die schnell behoben werden mussten. Vor allem die Abdichtungsarbeiten an den Brücken seien aber sehr wetterabhängig. Sie können laut Höhl nur bei Temperaturen über acht Grad Celsius vorgenommen werden - eine Verschiebung der Arbeiten ins frühe Frühjahr oder den Herbst falle daher also aus. Höhl betont, dass derzeit nur an einer Brücke unter halbseitiger Sperrung ein Traggerüst gebaut werde (zwei bis drei Wochen). Erst danach würden die Arbeiten an den anderen Brücken beginnen, die dann in einem gemeinsamen Abschnitt teilweise gesperrt werden. Zwar finden die Arbeiten auf der Umleitungsstrecke für die gesperrte Strecke Wendershausen-Witzenhausen statt - das sei aber mit Kommune, Polizei, Verkehrsbehörde und Busunternehmen abgestimmt worden.

Sanierung der Kurve am Ludwigstein

Die Erneuerung der B-27-Kurve gegenüber von Werleshausen hätte schon vor Beginn der Brückenarbeiten bei Unterrieden fertig sein sollen. Die Arbeiten, die Hessen Mobil als kurzfristige Maßnahme einstuft, hätten sich verzögert, weil die Baufirma Probleme bei der Materialbeschaffung hatte. Deshalb habe es „geringfügige terminliche Überschneidungen“ gegeben. Die Straße soll ab Donnerstag wieder frei sein.

Straße zwischen Kammerbach und dem Meißner

Diese Strecke ist seit 17. März gesperrt, wann sie wieder freigegeben wird, ist noch unklar. Es sind weitere Bodenerkundungen nötig, um ein Bodengutachten zu erstellen und die Sanierung zu planen.

Arbeiten an der Berka-Brücke in Frankershausen

Die Arbeiten ruhen, weil brütende Turmfalken durch die Erschütterungen gestört werden könnten. „Sobald beide Elternteile das Füttern der Jungtiere übernehmen, sinkt die Störempfindlichkeit“, so Höhl. Das werde für nächste Woche erwartet und wird mit per Wildkamera geprüft. Dann gehen die Arbeiten weiter.

Bauarbeiten auf dem Meißner

Die Vollsperrung soll am Mittwoch, 3. Juni, wieder aufgehoben werden. Die restlichen Arbeiten werden in Tagesbaustellen bei halbseitiger Sperrung erledigt.

Das sagt Hessen Mobil

„Bei der Planung steht nie nur eine einzelne Baustelle im Focus, sondern Hessen Mobil beachtet bereits weit im Vorfeld das Zusammenspiel verschiedener Bauzeiterfordernisse und stimmt diese aufeinander ab“, teilt Sprecherin Cornelia Höhl mit. „Eine Verschiebung der Bauzeiten hätte Auswirkungen auf die noch anstehenden Bauprojekte im nördlichen Werra-Meißner-Kreis.“ Dazu zählt die Erneuerung der Bundesstraße 451 von der Kreisgrenze bis zur Ortsdurchfahrt von Großalmerode (Juli bis September). Im September und Oktober werden Teile der B 80 in Witzenhausen erneuert und die neue Tankstelle angeschlossen. Parallel wird die B 451 auf zwei Kilometer Länge zwischen Witzenhausen und dem Abzweig nach Dohrenbach saniert. „Dass der Winter so mild ausgefallen ist, war nicht vorhersehbar“, so Höhl weiter. Weil die Bauvorbereitung so umfänglich sei, habe man die Arbeiten nicht vorziehen können. „An Baustellen führt kein Weg vorbei, wenn wir Verkehrssicherheit garantieren und Mobilität sichern wollen. Die notwendigen Sanierungen der betroffenen Abschnitte schränken zwar kurzfristig die Mobilität ein, sichern diese aber langfristig.“

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