Meißner-Abterode

Wechsel in der Grube Gustav: Besucherbergwerk in Abterode öffnet mit neuer Führung

Die Grube Gustav, die sich im Gebiet der Gemeinde Meißner befindet, war im vergangenen Jahr nur zeitweise und für Gruppen geöffnet.
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Die Grube Gustav, die sich im Gebiet der Gemeinde Meißner befindet, war im vergangenen Jahr nur zeitweise und für Gruppen geöffnet.

Neue Idee, neue Leitung: Das Ausflugsziel Grube Gustav in Meißner-Abterode will in diesem Jahr wieder mehr Besucher anlocken.

Abterode – Mit neuen Ideen, einer instand gesetzten Beleuchtung und unter neuer organisatorischer Leitung will das beliebte Ausflugsziel Grube Gustav in Meißner-Abterode in diesem Jahr wieder Besucher unter Tage locken.

Das Besucherbergwerk war fast zwei Jahre geschlossen: 2019 wurde die Beleuchtung instand gesetzt. Im vergangenen Jahr war die Grube Gustav dann aufgrund von Corona lediglich für kleine Gruppen zugänglich und die erhoffte große Wiedereröffnungsfeier musste ausfallen.

Wann die Tore in diesem Jahr öffnen, ist noch unklar. Der traditionelle Saisonauftakt im März ist allerdings mehr als unwahrscheinlich. „Wir müssen erst mal abwarten, wie sich die Situation entwickelt“, sagte Friedhelm Junghans, Bürgermeister der Gemeinde Meißner, die das Besucherbergwerk betreibt.

Licht und Sound

2019 blieb das Besucherbergwerk geschlossen. Denn kurz vor Saisonbeginn bemängelte der TÜV Hessen den Zustand der Beleuchtungsanlage. Damals sagte ein Sprecher des Regierungsprädisiums Kassel: „Aus Sicht der Bergbehörde ist eine Befahrung des Besucherbergwerks Grube Gustav nun nur noch zur Durchführung von Instandsetzungsarbeiten möglich.“

Die Gemeinde suchte nach einer passenden Beleuchtung und Wegen, die Instandsetzung finanziell zu stemmen. Umgestellt wurde auf eine 24-V-Technik mit LED-Beleuchtung und ergänzend dazu wurde die Grube Gustav mit Soundeffekten ausgestattet, wie Junghans mitteilte.

Im vergangenen Herbst standen Besucher, wie auf dem Foto, coronabedingt vor verschlossenen Türen.

Die Kosten betrugen 180 000 Euro.

„Das war eine große Neuinvestition“, sagt der Bürgermeister. Gefördert wurde die Gemeinde aus Klimaschutzprogrammen des Bundes und des Landes Hessen mit 102 000 Euro.

Ruhestand

Mit dem Jahreswechsel hat es auch einen Wechsel in der Organisation und Leitung des Besucherbergwerks und den Führungen gegeben. Bis Ende 2020 war Peter Ströhlein Grubenführer und Organisator. Im Januar löste ihn Astrid Schill-Dunkel ab.

Nach neun Jahren sei es Zeit gewesen aufzuhören, erklärt der 74-Jährige. Angekündigt hatte er seine Entscheidung bei der Gemeinde Meißner im vergangenen Herbst. „Peter Ströhlein hat sich als sehr kompetenter Grubenführer erwiesen“, zeigt sich Junghans dankbar. Er habe nicht nur seit 2011 immer wieder neue Ideen eingebracht, auch die Baumaßnahmen habe er intensiv begleitet. An Ströhleins Stelle ist nun Schill-Dunkel getreten, die bereits mit der Grube Gustav vertraut ist. „Ich übergebe das Besucherbergwerk in gute Hände. Sie ist perfekt dafür und kann alles, was man wissen muss“, ist sich der 74-Jährige sicher und bezeichnet die Anwältin aus Eschwege, die bereits während ihres Studiums im Besucherbergwerk gejobbt hat und sich seit 2014 erneut ehrenamtlich engagiert, als Glücksfall.

Ausblick

„Wir bereiten uns schon mal vor“, sagt Astrid Schill-Dunkel. „Alles unter Vorbehalt“, betont sie und schätzt, dass das Besucherbergwerk nicht vor Ostern an den Start gehen wird. Sie sei schon so viele Jahre in der Grube Gustav tätig gewesen, dass sie es nicht hätte mitansehen können, wenn das Besucherbergwerk mangels Personal hätte schließen müssen. „Hier steckt schon so viel Herzblut drinnen.“

Sorgen um das Fortbestehen des Besucherbergwerks hatte auch Bürgermeister Junghans: „Es war abzusehen, dass Herr Ströhlein sich irgendwann zurückzieht.“ Von den früheren Bergleuten habe es niemanden mehr im Hintergrund gegeben. Schill-Dunkel war die Rettung. Die Struktur in der Organisation und den Führungen wird sich nun ändern müssen, da Schill-Dunkel berufstätig ist, erklärt Junghans. Deshalb gibt es nun einen Vertrag.

In den vergangenen Monaten suchte Schill-Dunkel bereits nach Mitstreitern, die Führungen tätigen können. Zwei Personen konnte sie bereits einarbeiten, eine weitere steht schon in den Startlöchern.

Denn die Grubenführer müssen nicht nur das nötige Wissen über die Grube Gustav und den Bergbau erwerben und bereithalten. „Sie müssen auch vor Leuten frei sprechen können“, sagt Schill-Dunkel. Sie freut sich schon jetzt darauf, die Grube wieder zu öffnen, ist aber auch vorsichtig. „Wir müssen schauen, was sich realisieren lässt.“

Preise

Ändern werden sich auch die Eintrittspreise. Dann sollen die Tickets in allen Kategorien um zwei Euro erhöht werden. Einzelkarten für Erwachsene kosten acht Euro, für Kinder von drei bis 14 Jahren sechs Euro, Gruppenkarten ab 15 Personen kosten dann für Erwachsene je 7,50 Euro und für Kinder von drei bis 14 Jahren je 5,50 Euro. In den Eintrittspreisen ist jeweils ein „Grubentaler“ (ein Euro) zur Erhaltung des Kulturgutes „Grube Gustav“ enthalten. Auch das Entgelt für Führungen wird erhöht. (Von Hanna Maiterth)

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