Online-Konferenz

Wege aus der Plastikkrise: Grüne wollen bis 2030 Müll reduzieren

Besteck, Trinkhalme und Becher aus Plastik.
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Grüne wollen bis 2030 Plastik reduzieren

In einer Online-Konferenz einigten sich Bündnis 90/Die Grünen darauf, den Plastikmüll zu reduzieren.

Werra-Meißner – Rund 150 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmt in unseren Meeren, jedes Jahr kommen etwa 13 Millionen Tonnen hinzu. Bundestagsabgeordnete Dr. Bettina Hoffmann diskutierte jetzt mit Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen Werra-Meißner über Wege aus der Plastikkrise online.

Dr. Bettina Hoffmann

„Jeder Deutsche benutzt pro Jahr im Schnitt 212 Einweg-Plastikflaschen, der Mehrweganteil beträgt nur noch 44 Prozent“, erklärt Hoffmann. „Der Anteil, den man recyceln kann, liegt lediglich bei einem Drittel, der Rest wird verbrannt“. 450 Jahre dauert es, bis eine Plastikflasche im Meer sich auflöst, anschließend wird die Flasche zu Mikroplastik.

„Das Verbot von Plastiktüten, das die Bundesregierung gerade beschlossen hat, ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Hoffmann. Aktuell verbrauche jeder Deutsche 227,5 Kilo Verpackungsmüll im Jahr, so viel wie in keinem anderen EU-Land. „Wir wollen bis 2030 ein verbindliches Abfallvermeidungsziel von 110 Kilo pro Kopf, Schluss mit Schummelverpackungen und fordern eine Abgabe auf Coffee-to-go-Becher.“

Aktuell liege die Mehrwegquote bei nur 4,2 Prozent. Die Grünen möchten bis 2025 wenigstens 80 Prozent Mehrweg erreichen und damit bis zu 400 000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr einsparen. Darüber hinaus wollen sie eine Abgabe für Einwegflaschen und das Pfandchaos beseitigen. Plastik-Subventionen sollen gestrichen werden und eine deutsche Kreislaufwirtschaftsagentur aufgebaut werden.

„Wir essen pro Woche etwa fünf Gramm Mikroplastik, bis zu 70 000 Plastikpartikel pro Jahr. Über Kompost werden jedes Jahr etwa 612,3 Millionen Plastiktüten ausgebracht, wir wollen einen strengeren Grenzwert für Plastikpartikel in Kompost und ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik“, erklärte Dr. Bettina Hoffmann. Dazu möchten sie eine internationale Plastikkonversation unter dem Dach der Vereinten Nationen.

„Das ist ein Schlag ins Gesicht, das ist so ein großer Berg Müll, der im Meer schwimmt, das muss dringend von der Politik geregelt werden“, so Teilnehmerin Heike Krumpholz, „wir müssen die Rahmenbedingungen ändern“.

Der Umweltdezernent des Werra-Meißner-Kreises, Dr. Rainer Wallmann (Die Grünen), lobte Hoffmanns Ideen und erklärte, welche Maßnahmen der Kreis umsetzt, um Müll einzusparen. Man habe etwa den wiederverwendbaren Kaffeebecher ins Leben gerufen, rede mit Schulen über die Lebensmittelverschwendung, unterstütze Projekte wie #PlastikfreiesEschwege und habe ein Repair-Café in Eschwege. „Wir können bei uns anfangen, etwas zu ändern, denn wir entscheiden jeden Tag, was wir kaufen“, sagte Wallmann. sb

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