Wehretal

Wehr will Dienst quittieren: Einsatzkräfte reagieren auf Zentralisierungspläne

Feuerwehr
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Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr in Wehretal hat auf die Pläne reagiert, nach denen die fünf Ortsteilwehren zentralisiert werden könnten. Sie sind dagegen.

Reichensachsen – Die Freiwillige Feuerwehr Wehretal hat am Montag angekündigt, dass ein Großteil ihrer 132 aktiven Einsatzkräfte mit sofortiger Wirkung den Dienst quittieren werde, sollte die Gemeinde an den Plänen festhalten, die fünf Ortsteilwehren zu zentralisieren.

„Unabhängig davon ist hierbei der Zeitpunkt einer möglichen Zentralisierung – das Thema muss vom Tisch“, heißt es in einem offenen Brief, den der Abgeordnete Dr. Claus Wenzel (FWG) der Gemeindevertretung am Montag stellvertretend für die fünf Wehrführer und deren Stellvertreter verlas.

Damit reagierte die Wehretaler Feuerwehr auf die Äußerungen von Bürgermeister Timo Friedrich aus einer Sitzung des Hauptausschusses in der vorigen Woche, dass es perspektivisch angesichts sinkender Einsatzbereitschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sowie hoher Investitionen auf eine Zentralisierung der Feuerwehr hinauslaufen werde.

Mit dieser Aussage habe Friedrich eine „rote Linie überschritten“, das Vertrauen sei gebrochen, heißt es in der Stellungnahme der Wehr. Beim Festhalten der Gemeinde an einer Zentralisierung würden mindestens zwei komplette Teileinheiten der Wehr den Dienst niederlegen. Auch Wehretals Wehrführer Pascal Jacob und dessen Stellvertreter Daniel Gläßner würden dann ihre Ämter zur Verfügung stellen, „weil die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dann weder gewährleistet noch zu verantworten sei“. Laut Jacob habe bereits eine Reihe von Einsatzkräften den Dienst niedergelegt.

Auf der Sitzung am Montagabend äußerte sich Friedrich nicht zu der Stellungnahme, sondern verwies auf einen Informationsabend für sämtliche Einsatzkräfte am Donnerstag nächster Woche. Auf Anfrage bekräftige Friedrich am Dienstag noch mal, dass es nicht darum gehe, die Ortsteilwehren „heute oder morgen aufzulösen“. Das sei auch in dem Arbeitskreis, der sich seit Juli mit Einsparmöglichkeiten bei dem geplanten Feuerwehrstützpunkt in Reichensachsen beschäftigt, deutlich kommuniziert worden. Dem Arbeitskreis gehören auch die Wehrführer Jacob und Gläßner an. (von Stefanie Salzmann)

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