Ortsumgehung Reichensachsen

Wehretal: Al-Wazir soll vor Ort Stellung beziehen, fordert der Bürgermeister

Belastend: 13 600 Fahrzeuge täglich werden bis 2023 an der Landstraße in Reichensachsen prognostiziert.
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Belastend: 13 600 Fahrzeuge täglich werden bis 2023 an der Landstraße in Reichensachsen prognostiziert.

Anwohner und Bürgermeister sind genervt. Seit 20 Jahren wird ihnen eine Ortsumgehung versprochen. Passiert ist noch nichts.

Reichensachsen – Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bü90/Die Grünen) soll nach Reichensachsen kommen, um sich selbst ein Bild von den „nicht mehr zumutbaren belastenden Zuständen für die Anwohner der B 452“ zu machen. Dazu fordert ihn Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich jetzt auf, nachdem ein Baustart für die geplante Nordumgehung um Reichensachsen in immer weitere Ferne zu rücken scheint.

Der letzte Stand des seit mittlerweile 20 Jahren angekündigten Bauvorhabens stammt aus dem Juni 2020, als das Ministerium in einer Videokonferenz mitteilte, dass neue Wasserrichtlinien das Planfeststellungsverfahren für die Nordumgehung um ein bis zwei Jahre verzögern könnte. Seither war wenig Neues zu hören.

Denn Reichensachsen brennt die Umgehungsstraße nicht nur wegen der Belastung der Anwohner durch den Durchgangsverkehr – bis 2023 sind hier 13 600 Fahrzeuge pro Tag prognostiziert – unter den Nägeln. Ebenfalls an die Nordumgehung sollen das Gewerbegebiet „Goldene Äcker“, das die Gemeinde entwickelt sowie der geplante Feuerwehrstützpunkt Reichensachsen angebunden werden. Zumal die Reichensächser Feuerwehr Teile der A 44 betreuen soll, deren Freigabe für kommendes Jahr vorgesehen ist.

Friedrich fordert im Auftrag auch der Gemeindevertretung von Al-Wazir eine konkrete Aussage zum Baubeginn. „Sollte an eine Verwirklichung der Nordumgehung durch Bund und Land nicht mehr gedacht sein, erwarten wir hierzu ein klares Bekenntnis seitens des Ministeriums“, heißt es in seinem Schreiben an den Minister.

Die geplante rund 2,5 Kilometer lange Nordumgehung von Reichensachsen soll von der B 27 kommend nördlich der Kläranlage zur bestehenden B 452 verlaufen. Dabei sollen sowohl die B 27 als auch die Bahnstrecke Bebra-Göttingen und die Wehre mit Brückenbauwerken überführt werden. Eine Anbindung der Ortslage Reichensachsen soll über einen Kreisverkehr erfolgen – so die Planung bei Hessen Mobil. Die B 452 als wichtige Verkehrsverbindung verläuft auf rund 1,5 Kilometern durch die Ortslage Reichensachsen.  

Von Stefanie Salzmann

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