Jugendräume in Wehretal seit sechs Jahren dicht – Jetzt soll was passieren

Wehretal will Jugendförderung wieder aufnehmen

Geschlossen: der Jugendraum in Reichensachsen. Auf Antrag der SPD soll die Jugendförderung in Wehretal jetzt wieder in den Fokus der Kommunalpolitik genommen werden. Archiv
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Geschlossen: der Jugendraum in Reichensachsen. Auf Antrag der SPD soll die Jugendförderung in Wehretal jetzt wieder in den Fokus der Kommunalpolitik genommen werden. Archiv

Nachdem vor sechs Jahren die Awo die Jugendpflege in Wehretal eingestellt hat – die Gemeinde hatte den Vertrag gekündigt – sind die Jugendräume in Reichensachsen, Langenhain und Vierbach (dort schon länger) dicht. Daher fordert die SPD Wehretal jetzt die Wiederaufnahme einer aktiven Jugendarbeit in der Kommune.

Reichensachsen - Ein entsprechender Antrag der Fraktion mündete am vorigen Montag darin, dass sich in der Gemeindevertretung jetzt wieder ein Kultur- und Sozialausschuss konstituieren soll.

Bereits im letzten Jahr war bei der Gemeinde ein Brief von Eltern, Kindern und Jugendlichen eingegangen, in dem an die Wiederaufnahme einer aktiven Jugendarbeit appelliert wurde. Laut SPD-Fraktion sei dieses Anliegen bis dato nur im Gemeindevorstand behandelt worden. „Nicht ausreichend“, befinden die Sozialdemokraten, angesichts der Wichtigkeit des Themas gebe es bisher kein erkennbares Ergebnis.

Aus einem Gespräch mit 17 Jugendlichen aus der Gemeinde habe sich gezeigt, dass diese Gruppe sich außerhalb von Vereinen nicht wiederfindet. „Wir haben jetzt schon nix, wir hängen also irgendwo draußen ab. Aber irgendwann kommt der Winter – wo sollen wir uns dann treffen?, schilderte ein Jugendlicher die aktuelle Situation in der Gemeinde.

„Wir brauchen in Wehretal einen verlässlichen Ort, in dem wir einen Informations- und Interessenausgleich für Kinder und Jugendliche ermöglichen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Weiner. Dort könnten Kinder und Jugendliche in Planungen einbezogen werden, die ihre Belange betreffen, aber auch einfach Freizeit verbringen. „Diese Notwendigkeit wird gerade in Zeiten von sozialer Einschränkung und ungewisser Zukunftsprognosen überdeutlich“, so Weinert.

Von einer aktiven Jugendarbeit verspricht sich die SPD auch Synergien mit den Ferienspielen, damit diese neben den Sommerferien auch in den Herbst- und Osterferien angeboten werden können. Es solle diskutiert werden, wie diese beiden Bereiche miteinander verknüpft werden können. Dass es mit der gemeindlichen Jugendförderung abseits der Arbeit, die die örtlichen Vereine auf dem Gebiet leisten, nicht zum Besten steht, zeigt ein Blick auf die Homepage der Gemeinde Wehretal. Unter dem Stichwort „Leben in Wehretal – Jugendeinrichtungen-Jugendförderung“ wird unter der Überschrift „Aktuelle Angebote der Jugendförderung“ lediglich auf das Projekt „Challenge-in-a-Box“ aus dem vergangenen Sommer verwiesen, das die Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises kreisweit für Kinder zu den Ferien entwickelt hatte, das aber bereits ausgelaufen ist. (Stefanie Salzmann)

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