Weihnachtliche Andacht auf dem Heldrastein am Heiligabend

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Der Kälte zum Trotz: Die Teilnehmer der Weihnachtsandacht rückten bei heißen Getränken näher zusammen.

Heldrastein. Dunkle Wolken am Himmel, Nieselregen und ein eiskalter Wind begleiteten auf dem Heldrastein im Jubiläumsjahr der Wende die Einstimmung auf den Heiligen Abend.

Erneut hatten sich zahlreiche Wander- und Heimatfreunde auf dem „König des Werratals“ eingefunden, waren mit Kind und Kegel, Hund und Pferd oder per Bus auf dem mächtigen Kalkfelsen gekommen.

Diplom-Theologe Matthias Oswald, seit Jahren schon der geistliche Begleiter der Andacht auf dem Heldrastein, zitierte zusammen mit Jana Brückner Passagen aus der Heiligen Schrift, während die Heldrastein-Musikanten aus Schnellmannshausen weihnachtliche Klänge hinab in das Werratal sandten. Matthias Oswald rief den zahlreichen Besucher zu, vor der eigentlichen Geburt Christi inne zu halten, ähnlich wie die Sportler vor dem Wettkampf sich auf das Wesentlich zu konzentrieren. Gleichzeitig warf er die Frage auf, was wäre, wenn es Weihnachten nicht gäbe? Weihnachten ist aber allgegenwärtig, führte er am Beispiel seiner dementen Schwiegeroma aus, deren Kurzzeitgedächtnis verloren gegangen ist, „aber wenn Weihnachtslieder erklingen, erinnerte sie sich an längst vergangene Tage und wunderschöne Weihnachtsgeschichten“. „Weihnachten ist aber auch eine Tankstelle und ein Anker in unserem Leben, eng verbunden mit Frieden und Freude. Wir müssen uns nur die Zeit nehmen dies zu erkennen“, gab Oswald der Menge mit auf den Weg und forderte sie auf, zumindest für kurze Zeit der Hektik des Alltags zu entfliegen.

In den vergangenen 25 Jahren fiel der Heilige Nachmittag auf dem Heldrastein lediglich zweimal aus, waren Witterungsunbilden und ein schwerer Unfall zwischen Treffurt und Schnellmannshausen die Gründe. Ansonsten sorgte die IG Heldrastein in bekannter Manier für heiße Getränke und einen Imbiss, und für die Kinder ließ sich Knecht Ruprecht nicht lange bitten und verteilte Geschenke. Als sich 1989 die deutsch-deutsche Grenzen öffnete, war der 24.Dezember der Beginn einer wiedergefunden Leidenschaft für Heimat- und Wanderfreunde den Heiligen Abend auf dem Heldrastein zu beginnen.

„Eine Andacht, heiße Getränke sowie eine Wanderung durch die Wälder waren und sind heute noch die Vorboten eines ganz besonderen Weihnachtsfestes“ folgerte Hubert Steube, Vorsitzender der IG Heldrastein und warb mit einer Sammelbüchse um Spenden für einen guten Zweck. Matthias Oswald führe augenzwinkernd dazu aus: „Wenn jeder zehn Prozent vom Wert seiner Weihnachtsgeschenke in die Spendendose steckt, freuen sich zahlreiche Kinder.“

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