Kläranlagen eines der Probleme

Weißenborn: Bürgermeister verschiebt die Einbringung des Haushalts kurzfristig

Soll für rund 75 000 Euro saniert werden: die Kläranlage in Weißenborn. Im Sommer 2020 begutachtete Bürgermeister Thomas Mäurer die Schäden.
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Soll für rund 75 000 Euro saniert werden: die Kläranlage in Weißenborn. Im Sommer 2020 begutachtete Bürgermeister Thomas Mäurer die Schäden.

In Weißenborn kam es am Donnerstag bei der Gemeindevertretersitzung anders als die Beteiligten erwarteten. Die Einbringung des Haushaltes wurde verschoben.

Weißenborn – Laut Tagesordnung sollte eigentlich der Doppelhaushalt 2020/2021 beschlossen werden, ebenso wie das Investitionsprogramm 2019 bis 2024. Aber als die Gemeindevertreter zu den Tagesordnungspunkten übergingen, überraschte Bürgermeister Thomas Mäurer mit einem ausführlichen Bericht zur Lage in Weißenborn.

Denn obwohl der Gemeindechef den Haushaltsplan bereits erstellt hatte, sagt er, müsse der Entwurf aus mehreren Gründen noch einmal dringend überarbeitet werden. „Ich habe mich aus mehreren Gründen heute Nachmittag dazu entschieden, den Haushalt nicht einzubringen“, sagte er am Donnerstagabend zu den Gemeindevertretern. „Das wäre nicht richtig und auch nicht seriös.“

Das habe mehrere Gründe, einige hätten sich erst in dieser Woche ergeben. Mäurer listet mehrere auf, gibt Einblick in seinen Arbeitsalltag. Unter anderem halte die Coronapandemie täglich Aufarbeitungen, Veränderungen und neue Aufgaben bereit, die Kommunalwahl brauche in diesem Jahr durch die Situation eine intensivere Vorbereitung. Ganz extrem würden seit geraumer Zeit auch Anzeigen aus der Bevölkerung getätigt, denen Mäurer in seiner Funktion als Ordnungsamt der Gemeinde nachgehen muss. Auch die Aufgaben in seinen Funktionen als Bauamtsleiter, Bauhofleiter, Kitaverantwortlicher, Wasserversorgungszuständiger und Ortspolizeibehörde dürften nicht vernachlässigt werden, bräuchten aber ihre Zeit.

Hauptgrund und wichtigstes Thema hinsichtlich des Haushaltes seien aber die beiden Kläranlagen in Rambach und Weißenborn. Denn beide Anlagen wurden nach einer Betriebsprüfung der Unteren Wasserbehörde verworfen, die Anlagen entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und müssen entsprechend hergerichtet werden. Die nicht korrekte Klärung von Abwasser könne zudem unter eine Straftat fallen. Bei Nichterfüllung der gesetzlichen Vorgaben müsse die Gemeinde die rechtlichen Konsequenzen tragen. Es gelte nun, ein konkretes Konzept mit einem „roten Faden zur Sanierung“ einzureichen. Frist ist der 31. März.

Nach intensiven Gesprächen in dieser Woche zu diesem Problem werden laut Mäurer für die Kläranlage Weißenborn rund 75 000 Euro für die Sanierung eingeplant, auch das Regenüberlaufbecken müsse erweitert werden. In Rambach wird derzeit mit etwa 65 000 Euro gerechnet. Viel Geld und eine Pflichtausgabe für Weißenborn, die im aktuellen Haushalt noch nicht einkalkuliert werden konnte.

Diese neue große Herausforderung, aber auch die vielen kleinen Dinge gilt es aktuell zu stämmen. Mäurer betont ausdrücklich, er drücke sich nicht vor der Arbeit, bittet jedoch um Verständnis und etwas mehr Zeit, denn die Menge und alle Erwartungen zu erfüllen und fristgerecht alle Arbeiten zu schaffen, sei derzeit für einen alleine kaum zu leisten.

Verständnis und Zeit bekommt der Bürgermeister von seinen Gemeindevertretern, melden sich doch einige zu Wort, danken für den Einblick und den ehrlichen Bericht. Einstimmig wurde beschlossen, den Haushaltsbeschluss sowie das Investitionsprogramm auf die nächste Sitzung zu verschieben. Dann will Mäurer neue Erkenntnisse hinsichtlich der Kläranlagen mitteilen. Es soll nun eine Lösung gefunden werden, wie man den Bürgermeister dauerhaft entlasten kann. „Wir stehen hinter dir, Thomas“, sagen die Gemeindevertreter. (Jessica Sippel)

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