Sparkasse hält ihn für nicht zukunftsfähig

Weißenborn kämpft weiter: Geldautomat soll im Ort erhalten bleiben

Bald nicht mehr täglich möglich: Durch den Abbau des Geldautomats in Weißenborn, kann man nicht mehr rund um die Uhr Bargeld ziehen.
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Bald nicht mehr täglich möglich: Durch den Abbau des Geldautomats in Weißenborn, kann man nicht mehr rund um die Uhr Bargeld ziehen.

Die Selbstbedienungsstelle der Sparkasse in Weißenborn soll ab 2021 geschlossen werden. Das hat die Sparkasse Werra-Meißner beschlossen. Die Schließung trifft bei der Gemeinde Weißenborn auf scharfe Kritik

Weißenborn – Der Grund für die Sparkasse: zu wenige Kunden nutzten den Automaten, wodurch er sich nicht mehr rentiere. Zudem nutzen zunehmend mehr Menschen Online-Banking, erklärt Lutz Römer, Sprecher der Sparkasse Werra-Meißner, auf Nachfrage.

Die Weißenborner SPD-, FWG- und CDU-Fraktion hat mit dem Gemeindevorstand eine gemeinsame Resolution versendet: an den Sparkassenvorstand, den Landrat als Vorsitzenden des Verwaltungsrates, die zuständigen Landtagsabgeordneten.

Gemeindevorstand von Weißenborn hält die Schließung für nicht akzeptabel

„Eine Schließung der SB-Stelle ist für den Gemeindevorstand nicht akzeptabel“, heißt es in einer Mitteilung von Bürgermeister Thomas Mäurer. In der Resolution wird kritisiert, dass durch die Schließung des Automaten den Bürgern die letzte Möglichkeit der Bargeldbeschaffung vor Ort genommen würde. Das sei besonders für ältere Mitbürger und Menschen mit Behinderung ein Problem. Man müsse zudem längere Fahrtwege in Kauf nehmen. Dadurch käme es zu „weiteren Standortnachteilen für Weißenborn“, ein Stück der Infrastruktur breche weg. Die Überlandsparkasse biete wegen der eingeschränkten Zeiten und Verfügbarkeit keine Alternative. Die Gemeinde fordert für Weißenborn die Gleichbehandlung aller Kommunen im Landkreis und Solidarität mit den kleineren Kommunen sowie älteren Mitbürgern und Menschen mit Behinderung. „Es geht nicht nur um Gewinnmaximierung, sondern auch um die soziale Verantwortung der Daseinsvorsorge vor Ort“, heißt es. Zudem hätte die Gemeinde von der Schließung aus der Presse erfahren.

Die Aussage, dass die Gemeindevertreter von der Schließung aus der Presse erfahren hätten, hätte den Sparkassenvorstand überrascht, sagt Lutz Römer von der Sparkasse. Da der Bürgermeister im Urlaub gewesen sei, hätten sie den Ersten Beigeordneten und den Ortsvorsteher darüber informiert, ebenso wie alle Kunden und regelmäßige Nutzer der SB-Stelle.

Der Sparkassenvorstand weist mit Blick auf Kunden, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, darauf hin, dass Überweisungen und Kontoabfragen auch telefonisch funktionierten. Bargeld könne man sich direkt nach Hause bestellen. SB-Bereiche in der Nähe gebe es etwa in Netra, Reichensachsen, Sontra und Eschwege. Auch Hausbesuche für bewegungseingeschränkte Kunden seien möglich.

Die Sparkasse hält den Automat in Weißenborn für nicht mehr zukunftsfähig

Der Automat in Weißenborn sei aber nicht mehr zukunftsfähig. Denn schon seit geraumer Zeit erreiche er die Mindestauslastung nicht mehr, das Defizit würde hier immer größer. Zudem seien viele Kunden auf Online-Banking umgestiegen. Daher hält der Sparkassenvorstand seine Entscheidung nach wie vor als geboten und unvermeidbar, erklärt der Vorstand. Es gebe auch keine ernsthaften Überlegungen, die SB-Stelle weiter zu betreiben, selbst wenn ein Sponsor oder die Gemeinde das Kostendefizit übernehmen würde. Ein Einsatz der Überlandsparkasse sei bisher nicht geplant, so Römer.

Denn in der Resolution wird diese Alternative abgewiesen. Sollte diesbezüglich in der Gemeindevertretung ein Umdenken stattfinden, sei der Sparkassenvorstand aber gesprächsbereit. (Jessica Sippel)

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