Tiere seien in ständiger Gefahr

Weißenbörnerin beklagt Verschwinden und Sterben von 20 Katzen im Ort

Weißenborn. Frigga Hesse aus Weißenborn (Werra-Meißner-Kreis) traut sich kaum noch, ihre Katze frei laufen zu lassen. In den vergangenen sechs Monaten sind laut ihr 20 Tiere in dem Dorf verschwunden.

Darunter auch ihr Kater Campinus. „Mehrere Katzen wurden vergiftet und sind unter Qualen gestorben. Andere hat jemand mit Lebendfallen gefangen, getötet und dann in den Wald transportiert“, sagt Hesse. Offenbar wolle ein Katzen-Hasser „radikal ausmisten“.

Um dem ein Ende zu bereiten, möchte Frigga Hesse zusammen mit Kerstin Bruns die Bevölkerung sensibilisieren, wachsam zu sein. „Das muss ein Ende haben, damit Katzenbesitzer und -liebhaber wieder ruhig schlafen können. Es ist keine Option, die Tiere nur in der Wohnung zu halten, denn das sind Freigänger – die müssen auch draußen unterwegs sein“, erklärt Hesse.

Aus diesem Grund hat sie am Aushangbrett bei der Bushaltestelle in Weißenborn viele Vermisstenanzeigen mit Fotos der verschwundenen Katzen aufgehängt und sich an verschiedene Medien gewandt. „Wir hoffen, dass das bald ein Ende hat“, so Hesse.

Laut ihr habe eine Zeugin sogar schon beobachtet, wie ein Dorfbewohner eine tote Katze aus einer Falle gezogen und dann weggebracht hat. „Wir waren deswegen auch bereits einmal bei der Polizei, allerdings fehlen uns die Beweise. Man müsste die betreffenden Personen quasi auf frischer Tat ertappen“, sagt die Weißenbörnerin. Und das sei natürlich schwierig, wenngleich der Umgang mit Lebendfallen strengen Vorschriften unterliege. „Vorgeknöpft habe ich mir einen Verdächtigen schon. Der hat natürlich alles abgestritten, war aber ganz klein mit Hut.“

Frigga Hesse mit ihrem im April verschwunden Kater Campinus (rechts) hat in der Ortsmitte von Weißenborn Infomaterial und Vermisstenanzeigen von anderen Tieren ausgehängt (links).

Frigga Hesse macht in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam, dass ausgelegtes Gift für wilde Tiere wie Mader und Igel eine Ursache für den Tod vieler Katzen sei. Rattengift und Schneckenkorn nennt sie als Beispiele. „Nicht nur geliebte Haustiere anderer Menschen werden dadurch gefährdet, sondern im schlimmsten Fall auch die eigenen Kinder oder Enkel. Wenn sich eins davon so etwas beim Spielen in den Mund steckt, kann es daran sogar sterben“, warnt Hesse vor etwaigem Leichtsinn.

Deswegen bittet sie ihre Mitbürger um Hilfe, damit der Schuldige oder die Verursacher gefunden werden können. „Es geht uns alle was an“, sagt Frigga Hesse. Hinweise dazu können bei ihr unter der Telefonnummer 056591487 hinterlassen werden. 

„Es haben sich schon etliche Leute gemeldet. Wir bleiben am Ball und informieren uns, was wir noch unternehmen können“, so Hesse. Seit sechs Monaten ist ihr eigener Kater Campinus mittlerweile verschwunden. „Dass er noch zurückkommt, glaube ich nicht mehr.“

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