Sie haben ein Herz für Tiere

Wendershäuser organisieren Futtertransport in Flutgebiete

Bereit für Futterspenden: Andreas Göbel (links) und Markus Schmückle sind dankbar für jeden Mitstreiter.
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Bereit für Futterspenden: Andreas Göbel (links) und Markus Schmückle sind dankbar für jeden Mitstreiter.

Mit der Flutkatastrophe in der Nacht zum 15. Juli brach über Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz der blanke Horror herein. Viele Menschen kamen in den Wassermassen ums Leben, noch mehr verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Eine Welle der Hilfsbereitschaft ging und geht durch das Land. Unterstützung soll jetzt auch aus dem Witzenhäuser Stadtteil Wendershausen kommen.

Wendershausen – Dort zeigen drei Männer ein Herz auch für die Tiere und organisieren gerade einen Futtertransport in die überflutete Region.

Die Idee dazu hatte Markus Schmückle, dessen Schwester Diana Pferde und Ziegen hält. Der Vater des 46-jährigen Berufssoldaten betrieb einst eine Rinderzucht mit dem früheren Zahntechniker und heutigen Rentner Andreas Göbel (60), der sich über Jahrzehnte vorwiegend um Isländer-Pferde kümmerte und heute noch fünf Pensionspferde im Stall hat.

Beide wissen, was Futterknappheit bedeutet, die nicht nur durch überschwemmte Weiden, sondern auch durch anhaltende Trockenheit wie in den vergangenen Jahren hervorgerufen werden kann. Ein trauriges Lied davon singen kann als Dritter im Bunde auch Nils Mausolf. Der 31-jährige Nebenerwerbslandwirt hat es täglich mit 45 Kühen, zwei Pferden, Hühnern, Enten und Gänsen zu tun.

„Wie muss es erst in den Überschwemmungsgebieten aussehen?“, schoss es Markus Schmückle durch den Kopf nach einem Telefonat mit seinem Kumpel im extrem betroffenen Erftstadt. Im 1800-Einwohner zählenden Ortsteil Bessem war durch die Abspülung gewaltiger Erdmassen ein riesiger Krater entstanden, der ganze Häuser verschluckte, darunter auch einen kompletten Reiterhof, wie er sich erzählen ließ.

Futtervorräte müssen in großer Menge vernichtet worden sein, und an einen zweiten Schnitt, um Heu und Silage für die Vierbeiner zu machen, sei überhaupt nicht zu denken – das war die Initialzündung für die etwas andere Hilfsaktion, nachdem durch Sachspenden aus allen Teilen der Republik die Lager bereits übergequollen waren.

Heu, Stroh und Silage will das Trio jetzt auf den eigenen Weiden produzieren oder aus den Beständen nehmen und freut sich über jeden Mitstreiter, der es ihnen gleich tut. Als Verbündete schon gewonnen haben die Tierfreunde die Domäne Breun, die Getreide und Mais liefern wolle. Willkommen sei auch Hundefutter in jeglicher Form.

Noch offen ist, wie die Futterspenden in das Katastrophengebiet kommen. Deswegen setzen die Tier-Samariter auf Fuhrunternehmen oder Privatpersonen, die geeignete Transportkapazitäten vor allem für die im Durchmesser etwa 1,30 Meter großen Rundballen haben. Genutzt werden könnten zum Beispiel auch Lastwagen oder Sattelschlepper, die ansonsten Leerfahrten vor sich hätten. Geräte und Maschinen zum Beladen der Fahrzeuge seien vor Ort vorhanden. ( Chris Cortis)

Kontakt: Wer – in welcher Form auch immer – helfen möchte, kann sich telefonisch melden bei Markus Schmückle, 0176/72 26 28 51, oder Andreas Göbel, 0171/7 17 70 46.

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