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März auf Rekordkurs: Wenig Regen, aber Sonne satt

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Von: Emily Spanel

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Ungewöhnlich viele Sonnenstunden hatte der März bislang zu bieten. Im Wald aber sind gerade die Jungpflanzen dringend auf Regen angewiesen, um wachsen zu können.
Ungewöhnlich viele Sonnenstunden hatte der März bislang zu bieten. Im Wald aber sind gerade die Jungpflanzen dringend auf Regen angewiesen, um wachsen zu können. © Julian Strathenschulte/dpa

Wenn nach dem Winter die Natur erwacht, spielt der Wasserhaushalt eine große Rolle. Schneeschmelze und Regen bringen üblicherweise Feuchtigkeit in die Böden. In diesem März aber ist alles anders: „Noch ist der Monat nicht zu Ende, aber er wird sehr sonnenscheinreich und viel zu trocken“, weiß Torsten Rost, versierter Hobby-Meteorologe aus Eschwege.

Werra-Meißner – „Bis einschließlich 24. März haben wir bereits 185 Sonnenstunden registriert – das entspricht 150 Prozent des langjährigen Mittels.“

Der März 2022 auf Rekordkurs – was die Solarstromproduzenten freuen dürfte, sorgt in der Forstwirtschaft für erste kleine Sorgenfalten. „Erst einmal ist es aber nicht ungewöhnlich, dass im März stabile, auch niederschlagsarme Wetterlagen vorherrschend sind“, sagt Dietrich Bräuer, stellvertretender Leiter des Forstamts Wehretal. Mehr noch, in dieser Jahreszeit sei die Waldbrandgefahr traditionell groß: Wind und Sonne trockneten die Oberflächen aus, Frost und tiefe Nachttemperaturen verhinderten, dass frisches Grün am Boden und an den Bäumen schneller sprieße. Gras und Laub dagegen sind weiter trocken.

Hoffnung auf Regen im April

„Die entscheidende Frage ist, wie sich das Frühjahr weiterentwickelt“, sagt Dietrich Bräuer. Im April hoffe er im Sinne der Forstwirtschaft auf kräftigen Landregen: Der wäre ideal für die Pflanzsaison, die jetzt ansteht. Denn Jungpflanzen haben bei trockenem Boden schwierige Startbedingungen. Auch Wild setzt den Jungbäumen zu; es verbeißt sich in deren Rinde, was die Bäume gefährdet. Besonders dann, wenn sie wegen Wassermangels schlechter ausharzen und ihre Wunden verschließen.

Wechselhafter zum Monatswechsel

„In Eschwege fielen im März erst 3,6 Millimeter Niederschlag – das langjährige Monatsmittel für März beträgt 55 Millimeter“, sagt Torsten Rost. Zum Vergleich: Die bislang trockensten März-Monate waren in den Jahren 1953 und 1959 mit je drei Millimetern; 2011 mit 8,2 Millimetern sowie 1954, 1956 und 1973 mit je zehn Millimetern Niederschlag. „In diesem Bereich werden wir vermutlich am Monatsende auch landen, denn spätestens Dienstag wird die Trockenheit wohl enden“, prognostiziert Meteorologe Torsten Rost. „Zum Monatswechsel wird es bei uns wieder feuchter und wechselhafter werden.“

Um sich in der Zukunft besser gegen Lagen wie die aktuelle zu wappnen, treibt Hessen Forst die Umgestaltung des Waldes konsequent voran. „Mischwälder entstehen, die Trockenheit, aber auch Sturm und Schädlingen besser standhalten werden“, sagt Dietrich Bräuer. So werden künftig auf einer Fläche mindestens vier verschiedene Baumarten angepflanzt – heimische Eiche und Roteiche beispielsweise, dazu die tief wurzelnde Tanne, Douglasien, Lärchen und Kiefern.

Von Emily Hartmann

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