Halbzeit bei Einsatz gegen Menschenschmuggel

Patenschiff: Tender Werra hilft in der Ägäis

Soldaten stehen vor einem großen, grauen Schiff.
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Verabschiedung in Kiel: Am 8. Januar ist die Besatzung der Werra ausgelaufen.

Seit knapp drei Monaten befindet sich das Eschweger Patenschiff Tender Werra wieder im Einsatz. In der Ägäis sorgt die Besatzung dafür, das Seegebiet gegen Menschenschmuggel abzusichern.

Eschwege/Kiel/Souda – Zu Ostern schickte Korvettenkapitän Robert Lehmann, Kommandant der Werra, Grüße in die Heimat und berichtete aus dem Alltag. Der Tender Werra hat im Januar die Fregatte Brandenburg abgelöst und wird für die folgenden sechs Monate den deutschen Beitrag im Nato-Einsatzverband stellen. Hauptaufgabe der Werra ist es, den deutschen Verbandsführer und seinen multinationalen Stab zu unterstützen. „Unser Tender wird die Operationszentrale für den internationalen Nato-Stab sein“, erklärt Lehmann. Es ist das erste Mal, dass ein Tender diese Aufgabe im Mittelmeer übernimmt, heißt es vonseiten der Bundeswehr. Bisher hatte die Deutsche Marine nur größere Schiffe, wie Fregatten und Einsatzgruppenversorger, als Führungsplattform in der Ägäis eingesetzt.

Kooperation gegen Schlepper

Der Nato-Stützpunkt Souda Bay auf Kreta ist der Ausgangspunkt für die Missionen der Kieler Mannschaft. Zur Arbeit an Bord der Werra gehört der Informationsaustausch mit den Behörden der Ägäisanrainer Griechenland und Türkei, um Erkenntnisse über Migrations- und Schlepperbewegungen zu gewinnen. Mit an Bord sind deshalb auch ein griechischer und türkischer Verbindungsoffizier, um den Austausch so gut wie möglich gestalten zu können. „Abhängig von dem Verlauf der Pandemie hoffen wir aber auch, in den kommenden knapp sechs Monaten noch den einen oder anderen Hafen in Griechenland oder der Türkei anzulaufen“, meint Lehmann.

Die Werra ist im Einsatz.

Seefahrer vermissen Johannisfest

Für einige Besatzungsmitglieder ist es das erste Mal, für so lange Zeit von zu Hause weg zu sein. Die erste Bewährungsprobe hat die Mannschaft nach dem Auslaufen am 8. Januar in Kiel unter Beweis gestellt. In diesem Monat durch Nordsee, Biskaya und das Mittelmeer zu fahren, sei immer etwas ruppig, sagt Lehmann. „Aber meine Besatzung hat in der zurückliegenden Einsatzvorbereitung eindrucksvoll ihren Willen und ihre Disziplin unter Beweis gestellt.“ Und auch im Einsatz wurden kleinere Probleme sofort behoben. Als der Antriebsdiesel repariert werden musste, hätte die Mannschaft die Ärmel hochgekrempelt.

Das Schiff mit seinen Soldatinnen und Soldaten wird Mitte Juni im Heimathafen in Kiel zurückerwartet. Wann ein Besuch in der Kreisstadt wieder möglich sei, wisse Lehmann noch nicht. Ein Spaziergang über das Johannisfest und der Punschverkauf in der Vorweihnachtszeit werden von der Crew „schmerzlich vermisst“. Tobias Stück

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