Corona & Schule

Werra-Meißner: Drei Schulen werden mit Ventilator-Anlagen ausgestattet

Frischluft für Klassenräume per Ventilator: Die Struthschule in Eschwege ist eine von drei Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis, die für eine Testphase ausgewählt wurden.
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Frischluft für Klassenräume per Ventilator: Die Struthschule in Eschwege ist eine von drei Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis, die für eine Testphase ausgewählt wurden.

Kreistag Werra-Meißner: Der Schulausschuss nähert sich einer Lösung in Sachen Unterricht unter Coronabedingungen.

Werra-Meißner – An drei Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis werden in dieser und der kommenden Woche Fensterventilatoren eingebaut, die für eine bessere Lufthygiene während des Unterrichts sorgen sollen. Außerdem hat die Kreisverwaltung vom Regierungspräsidium das Okay für die zusätzlichen Ausgaben bekommen. Das ging aus der Sitzung des Schulausschusses am Dienstag in der Stadthalle in Eschwege hervor.

Wie von den Mitgliedern des Kreistages des Werra-Meißner-Kreises gewünscht (wir berichteten), informierte Dr. Rainer Wallmann, Erster Beigeordneter, den Schulausschusses über die im Kreisausschuss diskutierten Möglichkeiten, die Lufthygiene in den Klassenräumen der Schulen im Kreis zu verbessern: mittels Ventilator und raumlufttechnischer Anlage – kurz: RLT-Anlage.

Testphase

Nun werden die Ventilatoren in je drei Klassenräumen der Meißnerland-Schule in Hessisch Lichtenau, der Kesperschule in Witzenhausen sowie der Struthschule in Eschwege eingebaut, teilt Wallmann auf Nachfrage mit. In den ersten beiden Schulwochen nach den Sommerferien sollen Schüler und Lehrer diese dann testen und auf ihre Benutzerfreundlichkeit bewerten.

Parallel dazu werden Lehrer und Schüler das gleiche an der Rhenanusschule in Bad Sooden-Allendorf tun – allerdings mit den RLT-Anlagen. Erste Informationen will der Kreisausschuss am 1. September liefern. Einen Vergleich der beiden Varianten sowie eine entsprechende Beschlussfassung für die Kreistagsmitglieder, um Geräte „kurzfristig“ zu bestellen und Firmen „schnellstmöglich“ mit der Installation zu betrauen, wird es dann am 15. September geben, erklärt Wallman.

Eine Testphase im wissenschaftlichen Sinn, die die Wirksamkeit der Geräte überprüfe, sei nicht mehr nötig. Das sei schon in mehr als 100 Schulen und bei der Technischen Hochschule Mittelhessen geschehen, so Wallmann.

Er spielte den Mitgliedern des Schulausschusses als Ergänzung zum Vortrag außerdem einen Nachrichtenbeitrag des Fernsehsenders Sat 1 vor – von April 2021. Dort wurden Schulen in Nordrhein-Westfalen gezeigt, die im Frühjahr bereits Ventilator-Anlagen in den Klassenräumen nutzten und damit zufrieden seien – sowohl was den Geräuschpegel als auch die Bedienung angehe.

Kosten, Finanzierung

Die Genehmigung liegt jetzt vor.

Dr. Rainer Wallmann, Erster Beigeordneter Werra-Meißner-Kreis

Da für den Haushalt im Werra-Meißner-Kreis bislang keine Ausgaben für entsprechende Anlagen veranschlagt waren, musste sich der Kreistag das Okay per Sonderantrag beim Regierungspräsidium Kassel einholen. „Die Genehmigung liegt jetzt vor“, sagt Wallmann.

Für den Nachtragshaushalt könnte das folgendermaßen aussehen: Werden 890 RLT-Anlagen bestellt, die vom Bund mit 80 Prozent gefördert werden, dann müsste der Kreis einen Eigenanteil von etwas unter 2,2 Millionen Euro aufbringen. Für eine Anlage rechnet Wallmann mit 12000 Euro. Insgesamt wären das 12,68 Millionen Euro. Wobei der Erste Beigeordnete nicht glaubt, dass mit dem vom Bund bereitgestellten Geld alle Schulen in Deutschland vollständig unterstützt werden können.

Bei der Alternative – also die Ventilatoren – spricht Wallmann von 2000 Euro pro Klassenraum. Würden also 890 Räume damit ausgestattet, beträgt die Summe 1,78 Millionen Euro. Eine Förderung gibt es derzeit nicht. In dieser Woche sei es aber Thema im Umweltbundesamt, so Wallmann.

Einbau

Sobald die Mitglieder des Kreistags Mitte September eine Entscheidung treffen, kann die Kreisverwaltung eine Ausschreibung veröffentlichen. Unklar sei, ob der Einbau dann auch in den Herbstferien (11. bis 23. Oktober) und somit außerhalb des normalen Schulbetriebs erfolgen kann. „Das hängt davon ab, wie schnell die Ventilatoren geliefert werden können“, erklärt Wallmann. Für den Einbau der Geräte sei vorstellbar, dass mehrere Firmen beauftragt und somit parallel arbeiten könnten.

Das sagen die Ausschussmitglieder

Die Mitglieder des Schulausschusses zeigten sich nach der Information durch Wallmann weitestgehend zufrieden. Und befanden es als gut, dass der Kreistag im vergangenen Jahr sowie im Frühjahr diesen Jahres keine Entscheidung bezüglich der Verbesserung der coronabedingten Situation in den Klassenräumen der Schulen im Kreis getroffen habe.

So erklärte Wilhelm Gebhard (CDU) das „Abwarten hat sich als positiver Weg herausgestellt“. Darin wurde er auch von Corinna Müller (SPD) und Andreas Heine (Die Linke) unterstützt. Karl Jeanrond (SPD) befand: „Wir machen, was sinnvoll ist und der Kreisausschuss hat eine gute, fundierte und sichere Lösung gefunden.“

Lediglich Dr. Claus Wenzel von den Freien Wählern bemängelte, dass „viel Zeit versäumt“ wurde. „Das Einbauen in allen Schulen hätte schon in den Sommerferien stattfinden können.“ Er war der Meinung, „vieles wird ausgesessen“. Wurde im vergangenen Jahr im Kreistag noch von „zu teuer“ gesprochen, als es um die Schulen in der Coronapandemie ging, so Wenzel, habe es in diesem Jahr geheißen „Geld spielt keine Rolle“.

Von Hanna Maiterth

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