1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Prozessauftakt: 55-Jähriger soll Ehefrau in die Brust gestochen

Erstellt:

Von: Tobias Stück

Kommentare

Der Schwurgerichtssaal des Landgerichts in Kassel (Symbolbil)
Der Schwurgerichtssaal des Landgerichts in Kassel (Symbolbil) © Uwe Zucchi/dpa

Ein Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis steht in Kassel vor Gericht. Er soll auf seine Ehefrau eingestochen haben.

Werra-Meißner – Vor der 10. Strafkammer des Landgerichts in Kassel muss sich seit gestern ein Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis verantworten, der im Beisein seines Enkelkindes auf seine Ehefrau eingestochen haben soll. Vorgeworfen wird dem 55 Jahre alten Mann von der Kasseler Staatsanwaltschaft neben versuchten Mordes auch Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Bedrohung, Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz und unerlaubter Waffenbesitz.

Hauptanklagepunkt ist ein Vorfall vom 1. September 2020: Der damals wohl unter dem Einfluss von Kokain stehende Mann soll seiner Ehefrau in deren Haus im Heizungskeller aufgelauert haben und ihr ein Fleischermesser in die linke Brust gerammt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Tötungsvorsatz aus. Der Angeklagte habe „unter bewusster Ausnutzung des Überraschungsmoments und der eingeschränkten Verteidigungsmöglichkeiten“ zugestochen. Besonders perfide: Das Opfer trug zum Tatzeitpunkt ihren Enkelsohn auf dem Arm.

Frau mit Messer aufgelauert

Einen von dem Angeklagten beabsichtigten zweiten Stich soll die Geschädigte verhindert haben, indem sie nach dem Messer des Angeklagten griff. Obwohl sie sich dabei am Daumen geschnitten haben soll, konnte sie ihm das Messer abnehmen. Schwer verletzt rettete sich die Frau in den Heizungskeller und verriegelte die Tür.

Ein knappes Jahr später hatte es der heute 55-Jährige laut Staatsanwaltschaft wieder auf seine Frau abgesehen. In ihrem Haus habe er sie mit einem Jagdmesser und Elektroschocker bedroht, mit Kabelbindern gefesselt und in den Keller geschleppt, so die Anklage. Ziel war es wohl, an ihr Handy zu gelangen. Auch hier konnte sich die Frau befreien. Zwischen den beiden Vorfällen hatte die Frau bereits ein Annäherungsverbot erwirkt. Der Tochter hatte der Mann zwischenzeitlich Kurznachrichten geschickt, dass seine Ehefrau „jetzt fällig“ sei.

Sechs weitere Prozesstage anberaumt

Neben dem Prozessauftakt am gestrigen Montag hat die 10. Strafkammer des Landgerichts in Kassel für die Hauptverhandlung sechs weitere Prozesstage anberaumt. Das berichtet der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Dr. Andreas Poppe. Insgesamt sollen 24 Zeugen, acht Sachverständige und sechs Nebenklägerinnen vernommen werden. Das Urteil wird für den 24. Juni erwartet. ts

Neben diesen schwerwiegenden Taten wird dem Angeklagten vorgeworfen, unter dem Einfluss von Alkohol und Betäubungsmitteln (Cannabis und Kokain) ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr geführt zu haben sowie Polizeibeamte als „Arschlöcher“, „Idioten“ und eine Beamtin als „hässliche Schlampe“ bezeichnet zu haben. Auf einem Supermarktparkplatz in Sontra wurde er zudem mit einem Elektroschocker aufgegriffen. Von Tobias Stück

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion