Werra-Meißner: Gestiegene Energiekosten

Hohe Preise treffen Arme hart – auch im Werra-Meißner-Kreis

Zapfsäule an einer Tankstelle - Super
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Die Kraftstoffpreise machen Menschen zu schaffen – besonders Menschen mit niedrigem Einkommen.

Die in diesem Herbst dramatisch gestiegenen Strom-, Heizungs- und Benzinpreise drohen, besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen in finanzielle Not zu bringen.

Werra-Meißner – „Das wird Geringverdiener, Arbeitslosengeld-II-Empfänger und Menschen, die schon an der Armutsgrenze leben, hart treffen“, sagt Vera Heckmüller, Vorsitzende im Kreisverband Witzenhausen des VdK-Sozialverbands.

Dessen Landesvorsitzender Paul Weimann hatte schon im Oktober vor den Konsequenzen der hohen Energiekosten gewarnt und politische Unterstützung für ärmere Haushalte gefordert. Die Regelsätze für Sozialleistungen und das Wohngeld reichten nicht aus, um hohe Lebenshaltungskosten zu bestreiten, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Im Werra-Meißner-Kreis haben Mitte dieses Jahres 5769 Menschen Grundsicherungsleistungen erhalten. Deren Wohn- und Heizkosten seien zwar erst einmal gedeckt. Schwierig werde es aber, wenn im kommenden Jahr die Nachzahlungen anstünden, sagt der Göttinger Rechtsanwalt Sven Adam aus seinen Sozialrechtsberatungen.

Bei Sozialleistungsempfängern müssten die Nachzahlungen dann übernommen werden, so Adam, „sofern sie angemessen sind“. Aber: „Am Härtesten trifft es die Haushalte mit einem Schwelleneinkommen“, sagt Adam, die also gerade genug verdienen, um nicht auf Sozialleistungen angewiesen zu sein.

Das bestätigt auch Helga Finger vom Sozialkreis Bad Sooden-Allendorf: „Zu uns kommen oft Leute, die knapp bei Kasse sind, wo auch die Energiepreise mitreinspielen“, sagt Finger. In den vergangenen Jahren hätten sie eine Zunahme dieser Fälle gespürt.

Wer Nachzahlungen für Strom und Heizung nicht bewältigen kann, könne auch nur im betreffenden Monat einen Antrag auf Sozialleistungen stellen. Darauf weist Adam hin: „Im Monat der Fälligkeit entsteht ein Bedarf, der auch sozialrechtlich berücksichtigt wird.“

Die Ampel-Koalition verspricht jetzt einen „einmaligen Heizkostenzuschuss für einkommensschwache Familien“. (Von Alina Andraczek)

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