Werra-Meißner: Viele Bürger wählen per Post

Einige Kommunen im Werra-Meißner-Kreis rechnen mit 50 Prozent Briefwählern

Eine Hand wirft Briefumschläge in einen Briefkasten.
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Stimmabgabe auf dem Postweg: Wegen der Corona-Pandemie wird auch im Werra-Meißner-Kreis zur Bundestagswahl mit einer großen Zahl an Briefwählern gerechnet.

Im Werra-Meißner-Kreises gibt es mehr als 70 700 Wahlberechtigte zur Bundestagswahl. Schon jetzt haben mehr als 9250 (etwa 13,1 Prozent) von ihnen die Briefwahl beantragt.

Werra-Meißner – Einige der 16 Kommunen gehen laut Stadt- und Gemeindevertretern davon aus, dass sich ihr Anteil bis zum Wahltag am Sonntag, 26. September, noch bis auf 50 Prozent erhöhen wird.

Das ist zum Beispiel in Bad Sooden-Allendorf so. „Wegen der Corona-Pandemie war der Anteil der Briefwähler bei der Kommunalwahl im Frühjahr auch schon sehr hoch“, sagt Rainer Langefeld, Fachbereichsleiter für Ordung und Soziales. „Zudem wollen immer mehr Bürger die Wahlunterlagen in Ruhe ausfüllen.“ Friedel Lenze, Bürgermeister der Gemeinde Berkatal, fügt hinzu: „Bürger müssen so nicht am Sonntag ins Wahllokal gehen.“

Schon bei anderen Wahlen in der Corona-Pandemie haben die Kommunen einen Zuwachs der Briefwähler verzeichnet. So zum Beispiel bei der Kommunalwahl im März in Hessisch Lichtenau: „Gemessen an den abgegebenen Wahlunterlagen lag der Anteil der Briefwähler bei rund 32 Prozent“, sagt Bettina Ludwig, Fachbereichsleiterin für Ordnung, Jugend und Soziales. „Bei Wahlen vor der Pandemie lag der Anteil abhängig von der Art der Wahl zwischen 25 und 28 Prozent.“

Viele Kommunen rechnen nicht damit, dass der Briefwähleranteil künftig zurückgeht. Anders sieht das die Gemeinde Neu-Eichenberg, die bei dieser Wahl von einem Briefwähleranteil von 30 Prozent ausgeht. „Der wird bei folgenden Wahlen leicht sinken, aber dennoch hoch bleiben bei rund 25 Prozent“, sagt Nadine Junghans von der Gemeinde Neu-Eichenberg.

Die Briefwahlzettel werden im Kreis aktuell in 39 Briefwahllokalen von fünf bis neun Wahlhelfern ausgezählt. Von ihnen sind einige neu, zum Beispiel in Eschwege: „Aufgrund der erhöhten Briefwahlbeteiligung wurden die Briefwahllokale von vier auf sechs aufgestockt“, sagt Rebecca Herzog-Meister vom Magistrat. Aus dem selben Grund sei ab 2022 geplant, die Wahllokale in der Kernstadt von zwölf auf acht zu reduzieren. (Von Fabian Becker)

So funktioniert eine Briefwahl

Die Briefwahl kann laut bundeswahlleiter.de persönlich oder schriftlich bei den Kommunen bis Freitag, 24. September, 18 Uhr beantragt werden. Am letzten Tag sind die Unterlagen abzuholen. Nach der Wahl sind die Stimmzettel in den beigefügten blauen Umschlag zu stecken. Dieser ist zugeklebt mit der unterschriebenen eidesstattlichen Erklärung in den roten Umschlag zu legen. Er muss zugeklebt bei der aufgedruckten Adresse am Wahlsonntag, 26. September, bis 18 Uhr sein.

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