Werra-Meißner-Kreis: Weniger Camper

Fast jeder dritte Camping-Gast im Werra-Meißner-Kreis bleibt wegen Regen weg

Udo Rudolph, Campingplatz Werratal in Witzenhausen
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Udo Rudolph vom Campingplatz Werratal in Witzenhausen schätzt, dass er wegen des Regens etwa 30 Prozent weniger Besucher auf seinem Campingplatz hat.

Das Wetter vermiest den Campingplatzbetreibern im Landkreis das Geschäft. Auf dem Campingplatz Werratal in Witzenhausen kamen durch den Regen etwa 30 Prozent weniger Besucher.

Werra-Meißner – Das schätzt der geschäftsführende Vorstand Udo Rudolph. Beim Werra-Meißner-Campingplatz am Meinhardsee fällt der Einbruch nicht ganz so hoch aus. „Wir haben etwa 20 Prozent weniger Gäste“, sagt Sina Heckmann, Leiterin der Anmeldung.

Viele Besucher sind nach der Zeit mit vielen Corona-Einschränkungen froh, überhaupt wieder etwas unternehmen zu können, sagt Heckmann. Einige verbrächten ihre Zeit im Zelt oder Wohnmobil, andere führen mit Regenjacken und Gummistiefeln Fahrrad, zum Beispiel zum Hafen in Wanfried und nach Witzenhausen: „Abgereist ist wegen des Regens niemand.“ Es hätte allerdings einige Absagen und Verschiebungen gegeben.

Auf dem Campingplatz in Witzenhausen beschäftigen sich viele Besucher derzeit vor Ort, sagt Rudolph. „Wir stellen Spieltische mit Brettspielen zur Verfügung, es gibt Möglichkeiten Tischtennis, Volleyball und Basketball zu spielen“, sagt er. Auch Museen seien derzeit beliebt. „Viele fahren trotz des Regens Kanu, da werden sie sowieso nass.“

Außer durch den Regen sei die Situation in Witzenhausen auch durch die lange Schließung wegen der Corona-Pandemie finanziell schwierig. „An Pfingsten haben wir normalerweise die meisten Besucher, doch die Einnahmen sind fast komplett weggebrochen“, sagt der geschäftsführende Vorstand. Der Grund sei, dass die Campingplätze erst ab Pfingstsonntag wieder öffnen durften. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr habe der Campingplatz zurzeit nur etwa 25 Prozent des Umsatzes, schätzt Rudolph.

Auf dem Campingplatz am Meinhardsee fällt der Umsatzverlust etwas geringer aus. Heckmann vermutet, dass dieser 2021 etwa 40 Prozent unter dem eines normalen Jahres liegt. „Außer Pfingsten ist auch der Wegfall von Ostern ein großes Problem für Campingplätze“, sagt sie. „An beiden Feiertagen machen wir große Teile unseres Umsatzes.“

Auf den zwei Campingplätzen im Werra-Meißner-Kreis gelten derzeit noch Einschränkungen wegen der Pandemie. Wer nicht geimpft oder getestet ist, braucht einen aktuellen Test, wie beide angeben. In öffentlichen Räumen wie Duschen und Toiletten gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. (Von Fabian Becker)

Wildcampen kann bis zu 1000 Euro kosten

Wildcampen, zum Beispiel im Wald, bedarf der Zustimmung des Waldbesitzers, so Jörg Künstler von der Polizei Werra-Meißner. Sonst liege nach Hessischem Waldgesetz eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit bis zu 1000 Euro bestraft werden könne. Stimmt der Eigentümer zu, sei Campen auf Privatgrundstücken erlaubt. Sonst sei eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch möglich. Voraussetzung sei die Kennzeichnung des Grundstücks, zum Beispiel mit Zäunen oder Schildern. 

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