Werra-Meißner: Kreis für Grippe gerüstet

Grippe-Impfstoffversorgung ist im Werra-Meißner-Kreis nicht gefährdet

Virologe Ulf Dittmer rät jungen Frauen von den Corona-Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson ab. Die Kosten-Nutzen-Berechnung hinsichtlich einer Thrombose lasse keine Empfehlung der beiden Impfstoffe zu. (Symbolbild)
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Der Werra-Meißner-Kreis ist mit Grippe-Impfstoff gut versorgt.

Die Grippe-Saison steht bevor. Apotheker im Werra-Meißner-Kreis sehen den Landkreis gut mit Impfstoff versorgt. Es kann aber sein, dass Patienten nicht sofort geimpft werden.

Werra-Meißner – Die Grippe-Impfsaison hat begonnen. Zurzeit liefert Peter Müller, Inhaber der Löwen-Apotheke in Witzenhausen, die ersten Dosen aus. „Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Grippe-Impfungen um schätzungsweise 20 Prozent gestiegen“, sagt er. „Das wird sich wahrscheinlich dieses Jahr fortsetzen.“

Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage so hoch gewesen, dass sie teilweise nicht befriedigt werden konnte, so Müller. Zudem sei ein Grund für die gestiegene Nachfrage, dass Ärzte und Gesundheitspolitiker viel für die Impfung geworben hätten. „Ich empfehle sie allen – insbesondere Älteren und Menschen mit vielen Kontakten.“

Für dieses Jahr sei die Versorgung gesichert. Die Lieferketten seien durch die Corona-Pandemie nicht gefährdet. „Alle, die geimpft werden wollen, können auch geimpft werden“, sagt er. „Es kann aber sein, dass jemand nicht zu seinem Wunschtermin geimpft werden kann und warten muss.“

Das sieht auch Apotheker Dr. Joachim Kirch so, Inhaber der Meißner-Apotheke in Abterode und der Löwen-Apotheke in Eschwege. „Die Auslieferung der Grippe-Impfstoffe findet in der Regel von Ende August bis Dezember statt“, sagt er.

Die Zeit, bis die Grippe- Impfung wirkt, beträgt zwei bis drei Wochen, so Kirch. Eine Impfung im Dezember reiche für einen Impfschutz aus, da die Grippesaison erst im Januar starte und bis März dauere. „Es besteht nun auch die Möglichkeit, gemeinsam mit der Grippe-Impfung eine Corona-Impfung zu bekommen.“ Die Ständige Impfkommission empfehle das seit Kurzem.

Die Impfstoffversorgung ist auch laut dem Inhaber von zwei Apotheken nicht gefährdet. „Viele Hersteller produzieren in Europa“, sagt er. Internationale Lieferschwierigkeiten sieht er daher nicht als großes Problem.

Die gelieferte Menge sei derzeit sechs Prozent höher als im Vorjahr, so Kirch. „Die Menschen machen sich seit Pandemie-Beginn mehr Gedanken um Impfungen.“ Impfskeptiker würden sich trotzdem mehrheitlich gegen die Grippe-Impfung entscheiden. 

Werra-Meißner-Kreis: Hochdosis-Impfstoff erhöht Antikörper

Es gibt seit diesem Jahr eine neue Grippe-Impfstoffart: den sogenannten Hochdosis-Impfstoff. „Die Antigen-Menge darin ist deutlich höher als in den herkömmlichen Impfdosen“, erklärt Apotheker Dr. Joachim Kirch, Inhaber der Meißner-Apotheke in Abterode und der Löwen-Apotheke in Eschwege. Das sei besonders für Menschen ab 60 Jahren zu empfehlen.

Der Grund: „Mit steigendem Alter lässt die Reaktion des Immunsystems auf eine Impfung nach“, sagt Kirch. „Der Körper wird durch den Hochdosis-Impfstoff stärker angeregt, Antikörper zu bilden.“ Der Grippe-Impfstoff ist anscheinend gut verträglich, sagt Karl Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Werra-Meißner. „Das ist nicht in jedem Jahr der Fall.“

Eine Mehrbelastung für die Ärzte seien Grippe-Impfungen nicht, denn sie seien zu dieser Jahreszeit Routine. „In der Pandemie ist die Bedeutung der Grippe-Impfung hoch“, so Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, die Vorstandsvorsitzenden der KV Hessen. „Studien zeigen, dass eine Grippe-Impfung vor gefährlichen Nebenwirkungen einer Corona-Infektion wie Thrombosen, Schlaganfällen und Blutvergiftungen schützen kann.“ (Von Fabian Becker)

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