Werra-Meißner-Kreis: 2G im Einzelhandel

Händler im Werra-Meißner-Kreis fürchten um Kunden bei Nutzung der 2G-Regel

Auch im Kreis Northeim können Veranstalter jetzt selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regelungen anwenden wollen (Symbolbild).
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Ab heute können Einzelhändler in Hessen von der 2G-Regel Gebrauch machen. Doch viele Einzelhändler im Werra-Meißner-Kreis sind skeptisch.

Ab heute können Einzelhändler in Hessen von der 2G-Regel Gebrauch machen. Das hat die Landesregierung beschlossen. Doch viele Einzelhändler im Werra-Meißner-Kreis sind skeptisch.

Werra-Meißner – „Wer das tut, vergrault seine Kunden“, sagt Alexander Fuchs, Erster Vorsitzender des Lichtenauer Gewerbevereins.

„Höchstens zehn Prozent der Kunden werden zurückkommen“, sagt Fuchs. Die meisten würden künftig im Internet bestellen. „Die Politiker übertragen die Verantwortung auf die Einzelhändler“, sagt der Betreiber des Mobilfunkcenters in Hessisch Lichtenau. „So tragen sie zur Spaltung der Gesellschaft bei.“ Gut sei nur, dass die Einzelhändler selbst entscheiden dürften, ob sie die 2G-Regel überhaupt anwendeten.

Kerstin Walger-Wenisch von der Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe Witzenhausen glaubt nicht, dass sich viele Einzelhändler für die 2G-Regel entscheiden. Auch sie fürchtet, dass viele abgewiesene Kunden nicht mehr zurückkommen. „Außerdem ist es für die Ladenbetreiber nicht machbar, den Impfstatus aller Menschen zu prüfen, die in ein Geschäft wollen“, sagt die Betreiberin des Reformhauses „schön & gesund“ in Witzenhausen. Diese hätten sich an Masken und Abstände gewöhnt. Es sei daher vertretbar, auch künftig auf die bekannten Corona-Regeln zu setzen.

Für Lebensmittelmärkte und Geschäfte des täglichen Bedarfs sei die 2G-Regel weder sinnvoll, noch praktikabel, sagt zum Beispiel Thorsten Hellwig, Geschäftsführer des Edeka-Marktes in Grebendorf. So sehen es auch Vicky Müller vom Bekleidungsgeschäft Emily and Angel mit Filialen in Bad Sooden-Allendorf und Eschwege sowie Thomas Vockeroth von der Modehaus-Kette Vockeroth mit Filialen unter anderem in Eschwege.

„Ich muss schauen, dass ich überlebe und meine Geschäfte halten kann“, sagt Müller. „Da kann ich es mir nicht leisten, Kunden abzuweisen.“ Monatelang blieben Geschäfte geschlossen. Die Kunden kauften noch nicht wie vor der Pandemie. „Ich bin froh, dass überhaupt wieder Leute kommen.“ (Von Fabian Becker und Jessica Sippel)

Das ist die 2G-Regel

„Bei der 2G-Regel geht es um die Maske“, sagt Kerstin Walger-Wenisch von der Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe Witzenhausen. Wenden hessische Einzelhändler die 2G-Regel an, dürfen Menschen ohne Einhaltung von Corona-Regeln ihre Geschäfte betreten. Diese müssen allerdings nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Die Möglichkeit zur 2G-Regel gab es in Hessen bisher nur in der Gastronomie. Sie wurde nun auf den Einzelhandel ausgeweitet.

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