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Werra-Meißner-Kreis hat in Deutschland die höchste Sieben-Tage-Inzidenz

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Von: Tobias Stück

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Die Infektionszahlen mit Corona steigen an (Symbolbild).
Der Werra-Meißner-Kreis ist der Landkreis in Deutschland mit der aktuell höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. (Symbolbild). © Sebastian Gollnow/dpa

Der Werra-Meißner-Kreis ist der Landkreis in Deutschland mit der aktuell höchsten Sieben-Tage-Inzidenz.

Werra-Meißner – 1556,3 Menschen haben sich in dieser Woche infiziert (Stand 10. Juli). Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Gesundheitsamtes des Werra-Meißner-Kreises hervor. Schärfere Maßnahmen sind deswegen nicht geplant. Dafür wäre die Hospitalisierungsinzidenz entscheidend. Die liegt in Hessen derzeit bei 6,29. Im Klinikum Werra-Meißner werden nach den jüngsten Zahlen drei Personen auf der Intensivstation (ohne Beatmung) behandelt.

Dennoch wird das Klinikum Werra-Meißner durch die hohe Inzidenz geschwächt. Zahlreiche Mitarbeiter sind erkrankt. Nahezu alle Abteilungen im Klinikum Werra-Meißner haben mit erheblichen Personalausfällen durch Corona-Erkrankungen zu kämpfen. Bis zunächst Mittwoch, 13. Juli, sind alle planbaren Operationen und Untersuchungen abgesagt.

Auch bei stationären Aufnahmen sollen die einzelnen Abteilungen prüfen, ob dies momentan medizinisch zwingend notwendig sei. Eine Entspannung der Lage sei in den kommenden Tagen nicht unbedingt absehbar, teilt Geschäftsführer Christoph R. Maier mit.

Im Wochenvergleich sind die Fallzahlen steigend. Donnerstag gab es im Kreis beispielsweise 512 neue Fälle, am Freitag 364. In der Woche zuvor lagen die Fallzahlen pro Tag bei rund 250. Die Gründe für die hohe Inzidenz sind vielfältig. Das Gesundheitsamt Werra-Meißner spricht von einem diffusen Ausbruchgeschehen. Lockerungen in Betrieben und eine Erhöhung von privaten Treffen hätten bereits seit vielen Tagen zu einer Steigerung der Fallzahlen geführt.

Auffällig ist ein starker Anstieg der Infektionen in Eschwege seit Donnerstag. Hier wurden in den letzten beiden Statistiken des Werra-Meißner-Kreises 104 und 128 Fälle gemeldet. In der Woche zuvor lagen die Fallzahlen in der Kreisstadt zwischen 22 und 49. Das Gesundheitsamt sieht einen Zusammenhang mit dem am vergangenen Wochenende gefeierten Johannisfest. Eschweger Hausarztpraxen berichten momentan von einem enormen Zulauf wegen PCR-Tests.

Gesundheitsamt empfiehlt FFP2-Masken

Einschränkungen, wie Untersagungen von Großveranstaltungen, sind seitens des Gesetz- und Verordnungsgebers nach Kenntnis des Gesundheitsamtes Werra-Meißner noch nicht vorgesehen. Das Gesundheitsamt empfiehlt, in Innenräumen das Tragen von FFP2-Masken. Persönliche Kontakte sowie Teilnahmen an Versammlungen sollen möglichst begrenzt werden. Jeder Bürger könne so selbst einschätzen, welchem Risiko er sich aussetzen möchte. 

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