Kaufpreis liegt bei 230 000 Euro

Kreis hat keine Verwendung mehr: Landrats-Villa steht jetzt zum Verkauf

Gebaut im Jahr 1961: Das als Dienstwohngebäude errichtete Haus am Wolfsgraben befindet sich auf einem parkähnlichen Grundstück.
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Gebaut im Jahr 1961: Das als Dienstwohngebäude errichtete Haus am Wolfsgraben befindet sich auf einem parkähnlichen Grundstück.

Über die Zukunft der Landrats-Villa des Werra-Meißner-Kreises ist eine Entscheidung gefallen. Die Privatunterkunft, die für die Landräte des Kreises errichtet wurde, wird verkauft.

Eschwege – Die Sparkasse Werra-Meißner kümmert sich gerade darum, das Einfamilienhaus an den Käufer zu bringen.

Das Haus am Wolfsgraben in Eschwege wurde 1961 auf Beschluss des Kreistags Werra-Meißner für rund 100 000 D-Mark errichtet. Landrat Hansjochen Kubitz (SPD) hatte den Bau des Wohnhauses vorangetrieben. Er selbst konnte nicht mehr einziehen, weil er noch während seiner Dienstzeit verstarb. Der im Jahr 1961 zu seinem Nachfolger als Landrat gewählte Eitel O. Höhne (SPD) hatte das Wohnhaus dann als erster und einziger Landrat bezogen und bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt als Dienstwohngebäude bewohnt.

Nach seinem Ausscheiden als Landrat im Jahr 1989 wurde ein Anschluss-Mietvertrag mit dem Ehepaar Höhne geschlossen, der vom Kreistag einstimmig abgesegnet wurde. Festgelegt wurde, dass der Mietvertrag von unbestimmter Dauer sei. Schriftlich wurde festgehalten, dass er bis zum Tod des „längstlebenden der beiden Mieter“ Gültigkeit besitzt. Höhne war 1998, seine Ehefrau Helga am 17. Juni 2020 im Alter von 91 Jahren verstorben. Seit ihrem Tod steht die Villa leer.

Der Kreisausschuss hatte sich jetzt für einen Verkauf entschlossen, „da eine Nutzung des leer stehenden Wohnhauses für anderweitige Zwecke des Werra-Meißner-Kreises nicht infrage kommt“, wie der Sprecher des Landkreises, Jörg Klinge, auf Anfrage unserer Zeitung berichtet. Interfraktionell habe Konsens über den Verkauf des Hauses bestanden.

 Hingucker im Inneren ist die imposante Treppe in der Wohndiele.

Sechs Zimmer verteilen sich auf 150 Quadratmeter Wohnfläche. Dazu gibt es einen Keller, einen Spitzboden und eine Terrasse. Die letzte Modernisierung stammt aus dem Jahr 1991, wie aus dem Exposé der Sparkassen-Immobilien Werra-Meißner hervorgeht. Bei dieser Villa bilde die großzügige Wohndiele den Mittelpunkt des Gebäudes, heißt es weiter. Hingucker ist eine imposante Treppe im Inneren. Im Erdgeschoss gibt es Wohn-Essbereich sowie die Küche, das Obergeschoss unterteilt sich in vier Räume, ein Bad und ein separates WC. Umgeben ist das Haus von einem 1500 Quadratmeter großen parkähnlichen Grundstück.

Die alte Villa steht unter Denkmalschutz in der Gesamtanlage. Aufgerufen ist ein Preis von 230 000 Euro. „Der um den Restbuchwert reduzierte Kauferlös wird als außerordentlicher Ertrag in den Finanzhaushalt des Werra-Meißner-Kreises eingehen“, erklärt Klinge. (Tobias Stück)

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