180 Menschen drohen beim Breitbandausbau ausgelassen zu werden

1,2 Millionen Euro für schnelles Netz in zwei kleinen Dörfern der Stadt Sontra

Thurnhosbach/Krauthausen – Eine Investition von 1,2 Millionen Euro ist notwendig, um die zusammengerechnet nicht mal 200 Einwohner  zweier Sontraer Stadtteile mit schnellem Internet zu versorgen.

Das bestätigen Breitband Nordhessen GmbH und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner sowie Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. Es müssen Glasfaserkabel in jedes Haus gelegt werden, weil die Orte beim Breitbandausbau außen vor geblieben wären. In Thurnhosbach leben 48 Personen, in Krauthausen 131.

Wie die Geschäftsführerin der Breitband Nordhessen GmbH, Kathrin Laurier, erklärt, werden alle bestehenden Kabelverzweiger mit Glasfasertechnik aufgerüstet. Thurnhosbach und Krauthausen hätten einen solchen aber nicht, sondern seien an die Nachbarorte angebunden.

Somit würden die Dörfer, die unter extrem einer schlechten Internetverbindung leiden, beim Breitbandausbau hinten runterfallen. „Eine Lösung für diese beiden Ortsteile sehen wir nur über Direktanbindungen, die jedoch sehr teuer sind.“ Laurier schätzt die Kosten auf 300.000 Euro für Thurnhosbach und 700.000 Euro für Krauthausen, betont aber, dass eine genaue Kalkulation erst nach konkreter Planung möglich und hier nur passive Infrastruktur berücktsichtigt sei. Finja Mieth von der Wirschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner sowie Bürgermeister Thomas Eckhardt gehen daher sogar von 1,2 Millionen Euro an Investitionsvolumen aus. Laut Mieth stünden hohe Fördersummen in Aussicht – etwa 50 Prozent vom Bund und weitere Anteile vom Land.

Doch: Zehn Prozent müsse eine Kommune mindestens selbst tragen, also 120.000 Euro. „Dass zwei komplette Orte kein stabiles Internet bekommen, ist nicht vermittelbar. Das ist ein Stück Lebensqualität. Deswegen tun wir alles dafür“, sagt Bürgermeister Thomas Eckhardt.       

Andere Lösung für Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ahrenberg

Ebenfalls keinen eigenen Kabelverzweiger hatte der kleine Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ahrenberg. Dort war aber technisch eine andere Lösung möglich und die Menschen können sich ihre Hausanschlüsse verlegen lassen. Die dafür erforderliche Verbindung, eine sogenannte Speedpipe, sei mittlerweile vorhanden. Das berichtete Bürgermeister Frank Hix. Der Kostenrahmen von 30.000 Euro dafür sei eingehalten worden. Diesen Betrag hatte das Parlament im vergangenen Frühjahr extra freigegeben, damit auch Ahrenberg ans Breitbandnetz angeschlossen wird.

Rubriklistenbild: © dpa

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