Schon 200 Teilnehmer haben sich angemeldet

Aktionsbündnis "Bunt statt braun" ruft zu Demo gegen AfD-Mann Björn Höcke auf

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Gegen Fremdenfeindlichkeit: (von links) Integrationslotse Ramiz Arifi, Isabel Gomes-Leps (Begegnungsstätte), Karina Fissmann, Andreas Heine und Waltraud Eisenträger-Tomcuk.

Weißenborn. Zu einer Kundgebung mit anschließender Demonstration ruft das Aktionsbündnis „Bunt statt braun“ im Werra-Meißner-Kreis am heutigen Mittwoch ab 17 Uhr in Weißenborn auf.

Im Zuge einer AfD-Wahlveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus des Ortes wird der Fraktionsvorsitzende der AfD im Thüringer Landtag, Björn Höcke, sprechen. „Wir wenden uns gegen die von Höcke transportierte Fremdenfeindlichkeit, gegen Rassismus, Geschichtsrevisionismus und rechte Gewalt“, sagt Andreas Heine, Sprecher des Aktionsbündnisses. 200 Teilnehmer haben ihr Kommen, Stand Montag, bereits zugesagt. „Die Rückmeldungen auf unseren Aufruf sind äußerst umfangreich“, sagt Andreas Heine. Unterstützung erhält das Aktionsbündnis weiterhin vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sowie von den Parteien Bündnis 90 / Die Grünen, der SPD und den Linken, die ihre Mitglieder ebenfalls zur Teilnahme an den Aktionen aufrufen. Kundgebung und Demonstration des Aktionsbündnisses erfolgen in enger Abstimmung mit dem Werra-Meißner-Kreis als Ordnungsbehörde sowie mit der Polizei. „Wir beabsichtigen, ein friedliches, deutliches Signal gegen die von Björn Höcke verbreiteten Thesen zu setzen“, bekräftigt Heine. „Im Werra-Meißner-Kreis sind rechte Umtriebe fehl am Platz“, ergänzt Landrat Stefan Reuß. 

Ziel: Deutlicher, aber gewaltfreier Dialog

Für ihre Kundgebung samt Demonstration in Weißenborn haben die Mitglieder des Aktionsbündnisses Bunt statt braun einen klaren Konsens verabredet. „Wir streiten für einen deutlichen, aber gewaltfreien Dialog“, betont Sprecher Andreas Heine. „Die AfD und Björn Höcke nehmen in ihrem Sprachgebrauch Anleihen an den Nationalsozialismus. Wir lehnen diese Drohungen, welche die AfD in die Gesellschaft trägt, entschieden ab“.

„Die Thesen, die Björn Höcke verbreitet, sind nicht kommentarlos hinzunehmen“, ergänzt Landrat Stefan Reuß. Unter anderem die Politik trage die Verantwortung dafür, dass der Werra-Meißner-Kreis offen, bunt und vielfältig bleibe. So wurden als Sprecher bei der Kundgebung Karina Fissmann (SPD), Felix Martin (Bündnis 90/Die Grünen), Markus Matejka (Die Linke) sowie Waltraud Eisenträger-Tomcuk für das Aktionsbündnis Bunt statt braun gewonnen.

Gegen persönliche Anfeindungen setzt sich indes Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer in einer öffentlichen Erklärung zur Wehr. Die Vermietung des Dorfgemeinschaftshauses Weißenborn an die AfD sei nach einer internen und externen Prüfung erfolgt. „Da es sich um eine nicht verbotene Partei handelt, die demokratisch gewählt wurde, war eine Untersagung rechtlich nicht möglich“.

Erst nach der Anmietung habe sich herausgestellt, dass Björn Höcke als Gastredner erscheinen werde. „Diese Entscheidung habe ich erneut rechtlich prüfen lassen – mit einem ernüchternden Ergebnis.“ Der Bürgermeister appelliert nun dringend an alle Demonstranten gleich jeder Gesinnung, friedlich zu bleiben. 

Stellungnahmen von Eschweges Dekan Dr. Martin Arnold und Dr. Klaus-Dirk Schenk, dem Kandidaten der AfD für die Landtagswahl, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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