Mangel an Grundstoffen

Apotheker im Kreis haben zu wenig Desinfektionsmittel

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Durch das Coronavirus ist es zu einer vermehrten Nachfrage nach Desinfektionsmitteln gekommen.

Aus diesem Grund hat die Bundesstelle für Chemikalien, die zum Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gehört, Anfang März beschlossen, dass Apotheken bestimmte Hände-Desinfektionsmittel selbst anmischen dürfen.

Theoretisch könnten durch diese Verfügung nun Apotheker selbst das Desinfektionsmittel herstellen. Praktisch scheitert es daran, dass es aktuell sowohl an Grundstoffen zur Produktion als auch an Gefäßen mangelt. Auf Nachfrage berichtet Apotheker Michael Schäfer von der Rübezahl-Apotheke in Witzenhausen, dass dieser Mangel schon „seit geraumer Zeit“ besteht. Für notwendige Fälle werde immer versucht, eine Lösung zu finden, sagt Schäfer, und: „Wir sind dabei, Nachschub zu sichern“.

Wann der dann kommt, kann Apothekerin Dr. Meike Schöniger von der Hirsch-Apotheke Bad Sooden-Allendorf nicht einschätzen. „Wir wären froh, wenn wir etwas bekämen.“ Den Mangel gebe es deutschlandweit, da alle Apotheken ihre Waren aus den gleichen Quellen beziehen.

Auch in der Kirchrain-Apotheke in Großalmerode mangelt es an den erforderlichen Grundstoffen, um Desinfektionsmittel anmischen zu können. Apotheker Marco Abel plädiert für Händewaschen als Mittel der Wahl. Zudem sei häufiges Desinfizieren der Hände schädlich für die Haut.

Im Gegensatz zu den Apotheken gibt es an beiden Standorten des Klinikums Werra-Meißner, Eschwege und Witzenhausen, noch keine Engpässe. Das teilt Personalreferentin Isabell Vespermann auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Zudem mische das Klinikum sein Desinfektionsmittel nicht selbst.

Während es in einigen Kliniken zu massiven Diebstählen von Desinfektionsmitteln gekommen ist, berichtet Vespermann nur von Einzelfällen aus den öffentlichen Bereichen des Klinikums. „Durch die vorgenommenen Einschränkungen sowie das Besuchsverbot wurden die Vorfälle unterbunden.“

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