Keine Abnehmer für Fichtenholz

Auftragsstopp im Werra-Meißner-Kreis für Käferholz

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Werra-Meißner – Hessen Forst hat kurzfristig am 14. Oktober die Aufarbeitung von durch Käfer befallenes Holz im Staatswald gestoppt. Neue Aufträge werden 2019 nicht mehr erteilt. Der Grund ist, dass der Holzmarkt völlig übersättigt ist und keine weiteren Holzmengen mehr verkauft werden können.

Michael Gerst, Landesbetriebsleiter Hessen Forst, sagt dazu: „Die im Wald lagernden aufgearbeiteten Holzmengen stellen alle Waldbesitzer vor große Herausforderungen. Zum Teil decken die Verkaufserlöse nicht einmal mehr die Aufarbeitungskosten.“

Zum Schutz der Fichtenbestände hatte der Landesbetrieb in Zusammenarbeit mit Holzernteunternehmen, Holzrückern und Fuhrleuten intensiv Käferholz aufgearbeitet, und die Borkenkäferpopulation einzudämmen versucht. „Es zeichnet sich ab, dass die zweite Käfergeneration in Kürze überwiegend in der Bodenstreu überwintern wird und die Aufnahmefähigkeit des Holzmarktes weiterhin überfordert sein wird“, erklärt Landesbetriebsleiter Gerst. Es sei davon auszugehen, dass der Borkenkäfer noch Bäume befallen wird, wenn das Holz nicht aufgearbeitet wird.

Hessen Forst geht offen damit um, dass die Haushaltslage angespannt ist und kaum Mittel für die Dienstleistung zur Verfügung stehen. Die Waldschutzmaßnahmen verursachen enorme Kosten, denen gesunkene Erlöse gegenüberstehen. Im Frühjahr war die Einschlagsmenge bereits für das gesamte Jahr gedeckt. Die vierfache Menge eines Normaljahres wurde geerntet. Durch den Aufarbeitungsstopp werde versucht, den Haushalt zu entlasten, so der Landesbetriebsleiter.

Laut Gerst werden die bestehenden Verträge mit den Unternehmen abgewickelt. Darüber hinaus können sich für sie weitere Auftragsoptionen ergeben, geschädigte Buchen aufzuarbeiten. Private und kommunale Waldbesitzer können selbst entscheiden, ob sie weiter Käferholz aufarbeiten lassen wollen oder auch die Aufträge stoppen.

Mit einem Schreiben entschuldigt sich der Betrieb Hessen Forst für diese Entscheidung und die kurzfristige Mitteilung. „Im Frühjahr 2020 wird es mit der Aufarbeitung von Fichtenholz weitergehen“, kündigt Michael Gerst an. 

VON CAROLIN EBERTH

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