Bundesweit fehlen aktuell 2500 Fachkräfte

Badeaufsicht ist im Werra-Meißner-Kreis oft schwer zu finden

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Werra-Meißner. Freibäder haben mit immer mehr personellen und finanziellen Problemen zu kämpfen.

Sie sorgen im Sommer für Sicherheit und Ordnung in den Freibädern des Kreises: Meister und Fachangestellte für Bäderbetriebe – früher salopp Bademeister genannt – sowie Rettungsschwimmer. Doch der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister schlägt Alarm. In den Bädern fehlen bundesweit aktuell 2500 Fachkräfte. Ohne qualifizierte Aufsicht ist der Betrieb eines Bades nicht erlaubt.

Wir haben in einigen Bädern des Werra-Meißner-Kreises nachgefragt: Im Schwimmbad Wanfried wird das Fachpersonal von der Firma ESU-Control gestellt, berichtet Bürgermeister Wilhelm Gebhard. „Wir bedienen uns dieses Sicherheits-Dienstleisters, seit wir vor etwa sieben Jahren eine Fachkraft für die Freibad-Saison gesucht und nicht gefunden haben.“ Dieses Risiko habe man per Betriebsführungsvertrag auf die ESU verlagert, so Gebhard. Der Förderverein Schwimmbad organisiere zusätzlich Rettungsschwimmer als Wasseraufsicht.

Ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Hallenbads kommt aus Hessisch Lichtenau. Hier wird noch im Juli eine zweite Vollzeit-Stelle geschaffen. Diese ist bereits besetzt, was nicht leicht war, sagt Fachbereichsleiter Jens Hellmer. „Es gibt auf diesem Sektor kein breites Spektrum an Bewerbern.“ Das Bad verfügt dann über zwei Fachkräfte für Bäderbetriebe. Den Schritt, eine zweite Stelle zu schaffen, sei die Stadt gegangen, weil die Zusammenarbeit im Bäderverbund mit Waldkappel und Großalmerode nicht immer reibungslos funktioniere. Hellmer: „Es gibt unterschiedliche Wahrnehmungen, was den fairen Austausch von Personal angeht.“

Der Großalmeröder Bürgermeister Andreas Nickel sieht die Schwierigkeit woanders: „Wir leiden nicht an der geringen Zahl von ,Bademeistern‘ auf dem Arbeitsmarkt. Unser Problem ist die Frage, wie wir bei defizitären Haushalten eine freiwillige Einrichtung wie das Bad weiterhin attraktiv anbieten können.“

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