Temposünder im Visier

Blitzer-Marathon im Werra-Meißner-Kreis: Laser „blitzt“ über 650 Meter

+
„Bitte rechts raus“: Autofahrer, die gestern Vormittag bei der Blitzeraktion zum bundesweiten Speed-Marathon auf der Bundesstraße 27 bei Hebenshausen mit zu hohem Tempo erwischt wurden, winkte Mark Toporczissek auf der Höhe auf den Parkplatz „Gelber Grund“.   

Hebenshausen. Bereits zum sechsten Mal nahm die Polizei am Mittwoch in einer deutschlandweiten Aktion beim Blitzmarathon Temposünder ins Visier. Im Werra-Meißner-Kreis nahmen auch Beamte der Polizeidienststelle Witzenhausen daran teil.

„Ich denke, die Autofahrer sind heute vorsichtiger unterwegs, weil die Aktion ja schon seit Tagen in den Medien angekündigt wird“, meinte der stellvertretende Dienststellenleiter Jürgen Heldmann. Anders könne er es sich nicht erklären, dass in den zwei Stunden, in denen er und seine Kollegen an der B 27 in Hebenshausen, wo ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern gilt, nur elf Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen haben und der rasanteste Fahrer mit gerade mal 76 Sachen unterwegs war.

Hier alle Informationen über den Blitzer-Marathon in Nordhessen.

Am Standort, von wo aus Jürgen Heldmann und Christian Spieß die Autos mit dem Handlaser-Messgerät ins Visier nahmen, kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Das Gerät war auf einem Hügel weit oberhalb von Hebenshausen auf einem Stativ montiert, so dass die Entfernung zur Messstelle stolze 650 Meter betrug und niemand sie sehen konnte.

„Der Messbereich dieser Geräte fängt bei 30 Metern an und reicht bis zu einem Kilometer“, erklärte Spieß. Um Fehler zu vermeiden, wird nicht nur eine, sondern werden innerhalb kürzester Zeit 50 Messungen vorgenommen. „Wenn nur eine davon unkorrekt ist, löst das Gerät nicht aus“, so Spieß.

Wenn es dann aber doch zweimal piepte, galten für den Fahrer des ertappten Fahrzeuges keine Ausreden mehr. Per Funk wurden an die Kollegen, die einige hundert Meter weiter auf dem Parkplatz „Gelber Grund“ warteten, der Fahrzeugtyp, die Wagenfarbe und die gemessene Geschwindigkeit übermittelt.

Dann war es an Mark Toporczissek, das Fahrzeug aus dem fließenden Verkehr zu ziehen und mit der Kelle auf den Parkplatz zu leiten. Dort angekommen, warteten weitere Beamte, die dann zunächst den Fahrer mit der Messung konfrontierten, seine Daten aufnahmen und kontrollierten und gegebenenfalls sofort zur Kasse baten. „Solange es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt und die Geschwindigkeit nicht so hoch war, dass es Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot gibt, kann die Strafe direkt vor Ort bezahlt werden“, erklärte Georg Spitzenberg, der gerade einen solchen Fall bearbeitete.

Ein Fahrer aus Hessisch Lichtenau war elf Stundenkilometer zu schnell unterwegs gewesen, was ihm nach Abzug der Toleranz gerade mal ein Verwarngeld von zehn Euro einbrachte.

„Wenn man einen Fehler macht, muss man auch dafür bezahlen“, sagte dieser und zückte sofort das Geld. Blitzaktionen wie diese hält der Autofahrer für sinnvoll: „Das muss sein, schließlich gibt es zu viele Raser auf den Straßen, die nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.