Er soll das Kind für Oralverkehr bezahlt haben

Busfahrer gibt zu, Zwölfjährigen mehrfach sexuell missbraucht zu haben

Werra-Meißner/Kassel. Fast 90-mal soll ein heute 57 Jahre alter ehemaliger Busfahrer aus dem Werra-Meißner-Kreis zwischen April 2015 und Mai 2017 einen anfangs zwölfjährigen Jungen sexuell missbraucht haben.

Deshalb muss sich der Mann seit Donnerstag vor der 1. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, das Kind mehrfach mit jeweils 20 Euro für den Oralverkehr bezahlt zu haben. Der Angeklagte bestritt die zahlreichen Vorwürfe und räumte lediglich zwei Taten im Mai 2017 ein, als der Junge bereits 14 Jahre alt war. 

Laut Anklage hatte das Kind mehrfach versucht, sich von dem Angeklagten zu lösen. Sozusagen zur Beweissicherung hielt der Junge die letzte beiden Übergriffe in der Witzenhäuser Wohnung des Angeklagten per Foto mit seinem Handy und sogar einem kleinen Film fest. Nur diese beiden Taten hat der Mann gestanden. Anfang August 2017 war er festgenommen worden, seither sitzt er in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kassel in Untersuchungshaft.

Der in einem Stadtteil von Heiligenstadt in Thüringen geborene Mann, der inzwischen in Scheidung von seiner Ehefrau lebt, bestritt auch, dem Jungen Geld für die sexuellen Handlungen gegeben zu haben. Er räumte ein, dass das Kind mindestens dreimal mit Billigung der Eltern bei ihm übernachtet habe.

Das vom Busfahren faszinierte Kind war wohl bei den Busfahrern der Linien in Witzenhausen, Helsa, Großalmerode, Staufenberg und Kassel bekannt und war regelmäßig mitgefahren, später oft auch ohne Fahrschein.

Einen Busfahrer-Kollegen, der den Nachtschwärmerbus in Kassel steuert, bezichtigte der Angeklagte, ebenfalls sexuell übergriffig zu dem Kind geworden zu sein.

Zehn Zeugen und zwei Sachverständige sollen noch gehört werden. Mit dem Urteil wird am Mittwoch, 25. April gerechnet.

Rubriklistenbild: © dpa

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