Gegen Mangel an Einsatzkräften

CDU im Werra-Meißner-Kreis will "Feuerwehr" als Schulfach einführen

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Jugendliche an die Schläuche: Wenn es nach der Kreis-CDU geht, wird im Werra-Meißner-Kreis "Feuerwehr" als Schulfach eingeführt. Unser Archivbild entstand bei einem Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Niederhone.

Den Freiwilligen Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis fehlen schon jetzt 200 Einsatzkräfte. Die heimische CDU-Kreistagsfraktion hat eine Idee, wie man das ändern könnte.

Um weitere zwei bis drei Prozent der aktuell 2800 Aktiven wird die Zahl der Einsatzkräfte jährlich sinken, prognostiziert der Kreisfeuerwehrverband Werra-Meißner.

Ein Vorstoß der CDU-Kreistagsfraktion will das Übel jetzt bei der Wurzel packen und Feuerwehr als Wahlfach oder Arbeitsgemeinschaft an allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen im Kreis einführen. Einen entsprechenden Antrag wollen die Christdemokraten in der nächsten Kreistagssitzung am 23. September einbringen: Die Verwaltung soll vorbereitende Gespräche mit Schulen, dem Kreisbrandinspektor sowie dem Kreisfeuerwehrverband führen, um das zunächst als Pilotprojekt angedachte Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Mit dem Projekt sollen den Schülern die Aufgaben der Feuerwehren nahegebracht werden, eine feuerwehrtechnische Grundausbildung soll als praxisnaher Unterricht organisiert werden, die in eine theoretische und praktische Prüfung mündet. Umfang: zirka 70 Stunden. Den Erste-Hilfe-Kurs könnten die Jugendlichen gleich für den Führerschein verwenden „Die Schüler sollen zu richtigen Truppenmännern und -frauen ausgebildet werden“, wünscht sich der CDU-Fraktionschef im Kreistag, Uwe Brückmann. Das sei ein Beitrag, das Ehrenamt zu fördern sowie eine konkrete Werbung um Nachwuchs für die Wehren. „Wir würden dafür entsprechende Sachmittel zur Verfügung stellen, brauchen dazu aber eine Mehrheit im Kreistag“, so Brückmann. Angelegt sei das Projekt zunächst nur punktuell: „Ein Versuch, um zu sehen, ob die jungen Leute darauf anspringen.“

Zwischen Begeisterung und Skepsis schwankt der Kreisfeuerwehrverband: „Die Idee ist grundsätzlich gut, aber man braucht wieder Freiwillige, die das leisten – daran wird es letztendlich scheitern“, sagt Hans-Heinz Staude, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. 

Test in Südhessen war erfolgreich

In Hessen gibt es bereits Pilotprojekte, wo Feuerwehr als Wahlpflichtfach eingeführt wurde. So kooperierte die Feuerwehr Frankfurt/Griesheim ab 2011 mit einer integrierten Gesamtschule. 18 Schüler der siebten bis zehnten Klasse nahmen an der Ausbildung teil, davon engagieren sich bis heute acht auch weiterhin in der Feuerwehr. Das hessische Innenministerium hat für dieses Projekt einen Leitfaden „Mehr Feuerwehr in die Schule“ herausgegeben.

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