Corona im Werra-Meißner-Kreis

Behörden greifen durch - Neue Ausgangsregelungen

+
Wenig los auf dem Witzenhäuser Wochenmarkt: Verkäufer und Kunden beachteten am Freitag die Sicherheitsvorkehrungen wegen des Coronavirus weitgehend und hielten Abstand zueinander, lobt das Ordnungsamt.

Im Werra-Meißner-Kreis werden wegen des Coronavirus die Ausgangsregelungen drastisch verschärft. Versammlungen über fünf Personen sind untersagt.

  • Drastische Verschärfung der Ausgangsregelungen im Werra-Meißner-Kreis
  • Hessenweite Beschränkung wegen des Coronavirus von Versammlungen auf fünf Personen
  • Alle neuen Entwicklungen zu Corona im Werra-Meißner-Kreis im News-Ticker*

Wie ernst die Behörden die Corona-Pandemie nehmen und wie bereit sie sind, die Ausgangsregelungen drastisch zu verschärfen, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, zeigte sich am Freitag (20.03.2020): Binnen drei Stunden wurden die Vorgaben im Werra-Meißner-Kreis gleich zweimal eingeschränkt.

Um 11.35 Uhr verbot Landrat Stefan Reuß auf Initiative der Kreisverwaltung Versammlungen mit mehr als 20 Teilnehmern und informierte die Bürger über die Notfall-App Katwarn. Kurz vor 13 Uhr griff das Land sogar noch härter durch und reduzierte hessenweit die Zahl auf maximal fünf Personen.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Scharfe Kontrollen der Ausgangsregelungen

Derweil kontrollieren Vertreter der Städte und Gemeinden, ob die Abstandsregeln eingehalten werden – etwa auf dem Wochenmarkt in Witzenhausen. Dort war am Freitag die Anzahl der Stände stark ausgedünnt, aber einige halten weiter durch. Das sei auch sehr wichtig, sagt Werner Kreßner vom Ordnungsamt. Schließlich würden die Menschen so mit Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Um aber zu gewährleisten, dass die nötigen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden, war er mit zwei Kollegen auf dem Wochenmarkt im Einsatz und sprach mit Verkäufern und Kunden.

„Bisher verhalten sich alle vorbildlich“, so Kreßner. Viele Standbetreiber wiesen mit Schildern und Absperrungen auf den nötigen Sicherheitsabstand zwischen den Wartenden hin. Die Verkäufer arbeiteten mit Handschuhen und nahmen Geld nicht mehr direkt entgegen. Melanie Heckerodt von der Gärtnerei Fethke hatte mit ihren Kollegen am Gemüsestand mit Obstkisten Absperrungen eingerichtet, sodass die Kunden Abstand hielten.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Die meisten Personen reagieren „vernünftig und einsichtig“

Im Großen und Ganzen waren Kreßner und seine Kollegen mit der Lage zufrieden: „Alle sind sehr verständnisvoll, die meisten halten den Abstand von sich aus ein.“ So auch am Eierstand, wo die Menschen mit zwei Metern Distanz zueinander vernünftig in einer langen Schlange warteten.

Auch an anderen Orten gab es Kontrollen: „Seit Mittwoch sind wir unterwegs und in Gesprächen mit Gastronomen und Einzelhändlern“, sagt Kreßner. Dabei geht es in erster Linie um Aufklärung: „Auch hier haben die meisten vernünftig und einsichtig reagiert, Maßnahmen mussten wir so gut wie keine ergreifen.“ Auch auf Spiel- und Sportplätzen haben Kreßner und seine Kollegen die Menschen informiert. „Außerdem stehen wir in engem Kontakt mit der Polizei.“

Von Friederike Steensen und Wiebke Huck

*werra-rundschau.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.