Auch Angststörungen nehmen zu

Viele leiden unter Depressionen: Werra-Meißner-Kreis weist höchsten Zuwachs auf

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Depressionen: Werra-Meißner-Kreis weist höchsten Zuwachs auf

Der Werra-Meißner-Kreis gehört zu den vier Landkreisen und Städten in Hessen mit dem höchsten Anteil von Menschen mit einer diagnostizierten Depression.

Das geht unter anderem aus statistischen Erhebungen der AOK Hessen sowie der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hervor. Laut der AOK ist die Zahl der mit Depressionen Erkrankten unter ihren Versicherten seit 2011 um 9,8 Prozent gestiegen – von 3332 (2011) auf 4301 (2017) Erkrankte im Jahr. Noch massiver ist der Anstieg bei Angststörungen, hier schnellte der Anteil sogar um 17,6 Prozent nach oben. Auch hier liegt der Kreis hessenweit vorn. 

Allein um drei Prozent stieg der Anteil der depressiven Erkrankungen von 2017 auf 2018 bei den Versicherten der BKK Werra-Meißner. „Den höchsten Zuwachs haben wir bei Menschen mit 8,2 Prozent bei Menschen jünger als 20 Jahre“, sagt BKK-Vorstand Harald Klement. Laut dem jüngsten Gesundheitsbericht der DAK rangieren die psychischen Erkrankungen inzwischen bei den Diagnosen im Werra-Meißner-Kreis und Hersfeld-Rotenburg mit einem Anteil von 16.6 Prozent auf Platz zwei. Davor liegen nur noch orthopädische Erkrankungen.

Den Trend bestätigt auch Martin von Hagen, Chefarzt der Psychiatrie am Klinikum Werra-Meißner. „Wir haben eine deutliche Zunahme vor allem von Erschöpfungszuständen, die in eine Depression übergehen, wenn nicht zeitnah behandelt wird.“ Als Hauptgründe nennt von Hagen die stetig wachsende Belastung in der Arbeitswelt.

„Depressionen verstecken sich oft jahrelang hinter körperlichen Symptomen wie Herz-, Rücken- oder Kopfschmerzen“, sagt er. Er kritisiert, dass Fachärzte häufig die Patienten erst zu sehen bekommen, wenn die Krankheit bereits chronisch ist. Das sei einer der häufigsten Gründe für Frühberentungen. Er fordert für Hausärzte eine „psychosomatische Zusatzausbildung“.

Psychische Erkrankungen

Unter den Begriff der psychischen Erkrankung – auf dem Krankenschein als F-Diagnose gekennzeichnet – fallen unter anderem depressive Episoden von leicht bis schwer, Anpassungsstörungen, Angststörungen, Panikstörungen sowie Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung, auch Burn-Out genannt, sowie Reaktionen auf Belastungssituationen. Anstiege verzeichnet die KV bei Anpassungss- und Paniksstörungen sowie Depressionen.

Mehr zum Thema Depressionen und wie ein Betroffener mit der Krankheit umgeht, lesen Sie in der Wochenendausgabe der Witzenhäuser Allgemeinen. 

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