Schöffengericht Eschwege verurteilt 29-Jährigen zu Bewährungsstrafe von zehn Monaten

Dieb versteigert Beute im Wert von 13.500 Euro im Internet

Aus dem Lager seines ehemaligen Arbeitgebers hat ein 29-Jähriger aus dem Werra-Meißner-Kreis Waren im Wert von 13.500 Euro entwendet und einige Sachen über das Internetauktionshaus Ebay versteigert.

Am Dienstagvormittag wurde er deshalb vor dem Eschweger Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Elektronische Bauteile sowie LED-Lichtleisten ließ der Angeklagte über einen längeren Zeitraum aus dem Lagerraum seines Ex-Arbeitgebers, bei dem er seit August 2016 angestellt war, unbemerkt mitgehen. Seine Beute verbreitete er anschließend über die Onlineplattform Ebay. Dabei verwendete er das Benutzerkonto seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau – jedoch ohne deren Wissen, dass es sich bei den Teilen um gestohlene Ware handelte. „Ich habe erzählt, dass es ausgemusterte Artikel seien, die ich dort zum Verkauf anbot“, berichtete der Angeklagte. 10 000 Euro Verkaufserlös erzielte er dadurch. Außerdem montierte der 29-Jährige einige Bauteile in seiner Wohnung.

Lange blieben die Diebstähle des jungen Familienvaters unentdeckt, bis eines Tages ein Kollege im Internet auf die entwendete Ware aufmerksam wurde und das Unternehmen Strafanzeige erstattete. Bei einer Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmte die Polizei alle Teile, die der Angeklagte noch nicht in Umlauf gebracht hatte.

Wieso der Vater eines vier Monate alten Kindes überhaupt dazu kam, seinen Arbeitgeber zu beklauen, begründet er mit den hohen Schulden, die seit Beginn seiner Spielsucht immer weiter anwuchsen und jetzt bei über 90 000 Euro lägen.

„Mit 18 Jahren habe ich das erste Mal gezockt und dadurch viel Geld verloren“, erklärte der 29-Jährige. „Der Verkauf sollte dabei helfen, die Schulden abzubezahlen.“ Mittlerweile sei er nicht mehr suchtkrank.

Da sich eine Schadenswiedergutmachung in seinem Fall sehr schwierig gestaltet und der Verurteilte seine Familie versorgen muss, verzichtete das Gericht auf eine Geldstrafe.

Rubriklistenbild: © Frank May/dpa

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