Hilfe gibt es hessenweit

Neuer Service der Polizei: Sperrsystem Kuno hilft, wenn EC-Karte weg ist

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Das ist „Kuno“: Ulrich Hennemuth zeigt die Sperrmeldung, die ausgefüllt werden muss, um dann die gestohlene oder verlorene Girokarte per Computer schnell sperren zu können. Hinten schaut Ermittlungsgruppenleiter Jürgen Heldmann zu. 

Werra-Meißner. Auch im Werra-Meißner-Kreis kommt es täglich vor, dass eine EC-Karte verloren oder gestohlen wird. Dann muss der Betroffene die Karte schnell sperren lassen - dabei hilft jetzt die Polizei.

Dazu, und das ist wohl weitläufig bekannt, wendet man sich an seine Hausbank oder meldet sich beim Sperr-Notruf unter der Nummer 116 116. Doch nun bietet die Polizei in Hessen noch ein zusätzliches Sperrsystem an: „Kuno“.

Wir haben dazu Ersten Polizeihauptkommissar Ulrich Hennemuth gefragt, den Leiter der Polizeistation Witzenhausen:

Was heißt denn eigentlich „Kuno“?

„Kuno“ ist die Abkürzung für „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“. Dahinter steckt ein einfaches, aber wirkungsvolles Sperrsystem, welches von Polizeibehörden und Wirtschaft entwickelt wurde.

Ist dieses Sperrsystem für die EC-Karte neu?

In Hessen wird das Sperrsystem ab sofort angeboten. In allen anderen Bundesländern arbeitet die Polizei schon seit einigen Jahren damit.

Aber warum muss man seine Karte denn noch über die Polizei sperren lassen, wenn man doch schon den Sperrnotruf informiert hat?

Mit der Sperrung wird aber nur die Bezahlung mit der geheimen PIN-Nummer geschützt, sagt Ulrich Hennemuth.

Per Karte bezahlt man aber mal mit Eingabe seiner Geheimnummer, manchmal aber auch mit dem Unterschreiben eines Belegs. Die Unterschrift kann vom Kartendieb aber gefälscht werden. Und auch nur im besten Fall wird die gerade geleistete Unterschrift noch mit der auf der Rückseite der Girokarte verglichen. Die (gestohlene) Karte wird also akzeptiert und dann das elektronische Lastschriftverfahren zum Einzug des Geldes in Gang gesetzt. Und deshalb wollte der Einzelhandel, dass EC-Karten ein zweites Mal gesperrt werden.

Und wie funktioniert dieses dann?

Wem die Karte gestohlen wurde oder wer sie vermisst, kann jederzeit die nächste Polizeidienststelle aufsuchen, also nicht erst die im Heimatort. Dort kann er dann Anzeige erstatten und um die schnelle Sperrung der Karte bitten. Dazu erhält er ein spezielles Formular, in das er Bankleitzahl, Kontonummer und Name der Bank einträgt.

Wichtig: Diese Daten muss man wissen! Außerdem ist die Kartenfolgenummer erforderlich, die kann aber nachgemeldet werden, erläutert Hennemuth. „Dazu erhält man dann von uns ein Merkblatt mit Hinweisen.“

Wo findet man denn die Kartenfolgenummer?

Die wird auf manchen Kaufbelegen mit aufgedruckt. Auch bei Geldautomaten-Abhebungen ist sie als einzeln stehende Ziffer nach der Bankleitzahl auf dem Kontoauszug angeführt. Die Kartenfolgenummer ist immer einstellig.

Wenn das Formular ausgefüllt ist, was passiert dann?

Dann wird der Polizeibeamte auf der Wache per Computer das Notwendige veranlassen. Die Daten werden unverzüglich in einer verschlüsselten E-Mail an die zentrale Meldestelle des Einzelhandels übermittelt.

Dort wird die verschwundene Karte auch für den elektronischen Lastschriftverkehr gesperrt, sie verliert dann ihre Gültigkeit.

Das war es dann, oder muss ich noch etwas tun?

Das Sperren über „Kuno“ entbindet nicht davon, sich mit der Bank in Verbindung zu setzen. Man hat nur erst einmal schnell verhindert, dass mit der Karte ohne Geheimnummer bezahlt werden kann.

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