Ein bisschen später als sonst: Spargel aus der Region steckt in den Startlöchern

Werra-Meißner. Der Spargel steckt in den Startlöchern: In spätestens zehn Tagen soll die Ernte des Stangengemüses im Werra-Meißner-Kreis beginnen. Damit startet die Saison leicht verspätet. Kein Grund zur Sorge, sagen die heimischen Spargelbauern.

Kaum ein anderes Gemüse lässt seine Liebhaber so sehr ins Schwelgen geraten wie der Spargel – kein Wunder, trägt es doch Beinamen wie „Elfenbein zum Essen“ und „weißes Gold“. Umso mehr wird der Start der Spargelsaison herbeigesehnt – doch der verschiebt sich im Werra-Meißner-Kreis in diesem Jahr um wenige Wochen nach hinten. Schuld daran ist die Witterung – „es war lange sehr kalt und sehr nass“, erklärt Philipp Wicke vom Gutshof Jestädt. Auch lange Frostperioden mögen die empfindlichen Stangen nicht und bleiben lieber tief in der Erde. „Steigen die Bodentemperaturen aber auf mindestens acht Grad Celsius“, sagt Philipp Wicke, „beginnt auch der Spargel zu wachsen.“

Akribisch haben sich sämtliche heimische Spargelbauern vorbereitet und die aktuell günstige Witterung abgepasst. „Bis zum Wochenende“, sagt Volker Kanngießer vom Feldladen Kanngießer in Aue, sollen die für das Wachstum des Spargels so wichtigen, charakteristischen Dämme aufgeschüttet sein. Darüber gespannte schwarze Folien halten die Wärme im Boden. Über diese lässt sich das Wachstum der Stangen auch über die Erntesaison hinweg kontrollieren und regulieren; leichte Witterungsschwankungen können ausgeglichen werden. „Jetzt geht es Schritt für Schritt“, sagt Martin Schnitzer vom Schnitzerhof in Grebendorf erfreut. Dämme, Folien, erstes Spargelstechen – spätestens ab der Wochenmitte rechne er damit, erste Stangen in den Verkauf bringen zu können. „Die Menge wächst dann erfahrungsgemäß mit der Nachfrage“, sagt Schnitzer, „die Menschen müssen schließlich auch Lust auf Spargel haben“.

Ähnlich weit ist der Spargelanbau nahe Bad Sooden-Allendorf gediehen: „Wir beginnen bereits heute mit dem Stechen“, sagt Tobias Klenke vom Hofladen Klenke. Sein Geheimnis: Frühzeitigkeit. Bereits im Februar seien Folien und sogenannte Minitunnel, in der Wirkungsweise ähnlich wie Treibhäuser, auf seinem Grund gestellt worden. Seit der Betrieb vor zwei Jahren auf Bio-Anbau umgestellt worden sei, habe das Spargel-Geschäft Vorrang, sagt Tobias Klenke. Allerdings seien die ab heute gestochenen Mengen vorerst noch gering; Interessenten rät er, sich vorher telefonisch über die Verfügbarkeit des Spargels rückzuversichern.

Wussten Sie eigentlich, dass...

Spargel schon in der Antike als Delikatesse galt? Das oft als „weißes Gold“ bezeichnete Gemüse wurde sogar als Heilpflanze verwendet. Mit dem Niedergang der römischen Kultur verschwand auch der Spargelanbau in Europa in der Versenkung – bis er im 16. Jahrhundert eine Renaissance erfuhr.

es mit weißem Spargel noch lange nicht getan ist? Die grüne Variante des Stangengemüses wächst oberirdisch und erhält durch den Prozess der Photosynthese ihre kräftige Farbe. Weißer Spargel hingegen ist unterirdisch zu finden und bekommt somit zu keinem Zeitpunkt des Wachstums Sonnenlicht ab. Grüner Spargel enthält mehr Vitamin C und Karotin als die weiße Variante. Und auch violetter Spargel ist mittlerweile zu bekommen – er erfreut sich vor allem in Frankreich großer Beliebtheit.

der Ton die Musik macht? Frisch gestochen schmeckt Spargel selbstverständlich am besten. Um den Frischegrad des Gemüses im Supermarkt herausfinden zu können, reibt man die Stangen aneinander: Wenn sie hörbar quietschen und ganz leicht brüchig werden, sollten sie frisch sein. Die Schnittfläche sollte feucht und möglichst glatt sein.

Lagerung nicht gleich Lagerung ist? Unterschieden werden muss zwischen geschältem und ungeschältem Spargel. Letzterer sollte nach dem Kauf am besten in ein nasses Geschirrhandtuch gewickelt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. So ist das Gemüse rund drei bis vier Tage haltbar. Geschälter Spargel hingegen sollte, auch wenn er im Kühlschrank gelagert wird, nach spätestens einem Tag gegessen werden. (esp)

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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