Kommunen wollen Familien unterstützen

Eltern zahlen im April im Werra-Meißner-Kreis keine Kita-Gebühren

+
Geschlossen wegen der Corona-Pandemie: Das Ökumenische Kinderhaus St. Jakob in Witzenhausen.

Eltern von Kindern, die eigentlich einen Kita-Platz haben, diesen aber derzeit wegen der Corona-Pandemie nicht nutzen dürfen, müssen im Werra-Meißner-Kreis keine Kita-Gebühren zahlen.

Das kündigen die Bürgermeister der 16 Städte und Gemeinden in einer gemeinsamen Erklärung an.

Die Regelung gilt vorerst nur für April – für alle Kitas: Auch Kita-Träger wie die Arbeiterwohlfahrt, das Deutsche Rote Kreuz und die beiden christlichen Kirchen schließen sich diesem Vorgehen an. Wer die Notbetreuung nutzt, muss weiterhin die Kita-Gebühren zahlen.

Für viele Familien sei es eine große Belastung, ihre Kinder derzeit privat zuhause zu betreuen. „Entsprechend unserer Vereinbarung, in der Corona-Krise kreiseinheitliche Lösungen zu finden, haben wir versucht, finanzielle Härten abzumildern“, sagen die Rathauschefs. „Eine endgültige Entscheidung, ob aus der Aussetzung auch ein endgültiger Gebührenverzicht wird, bleibt aus kommunalverfassungsrechtlichen Gründen den Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen vorbehalten, sobald diese wieder zusammentreten können.“

In allen Gemeinden hätte sich die Nachfrage nach Notfallbetreuung erhöht, sagt Bürgermeister Friedel Lenze (Berkatal) als Sprecher seiner Amtskollegen. „Aber es gibt überall noch ausreichend Plätze.“ Ob der hohen Nachfrage hatten Landrat Stefan Reuß und die Bürgermeister Eltern in dieser Woche dazu aufgefordert, die Notbetreuung möglichst nur in Ausnahmefällen in Anspruch zu nehmen. Am Wochenende hatte die Landesregierung verfügt, dass nur ein Elternteil (statt vorher beide) in einer systemrelevanten Branche arbeiten muss, um Anspruch auf Notbetreuung zu haben. Das sei zwar positiv, um Eltern zu entlasten, jedoch sollten angesichts des Kontaktverbots die Gruppengrößen so niedrig wie möglich gehalten werden, so Reuß. „Dies dient dem Schutz unserer Kinder und ihre Familien.“

Kreisweit werden maximal fünf Kinder in einer Notgruppe betreut – und zwar nach Möglichkeit in der Kita, die sie sonst auch besuchen, sagt Lenze. Teilweise würden sogar eigene Krippengruppen angeboten.

Notgruppen in Schulen werden kaum genutzt

Auch die Schulen im Werra-Meißner-Kreis bieten eine Notbetreuung an. Eltern in systemrelevanten Berufen müssten eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen, die Formulare gebe es bei den Schulen, sagt Schulamtsleiterin Anita Hofmann. „Es gibt Anmeldungen zwischen ein und sieben Kindern.“ Eltern mit Kindern der Jahrgänge 5 und 6 würden die Notbetreuung kaum nutzen. „Das ist sehr vernünftig, da das Infektionsrisiko somit wirklich geringer gehalten werden kann.

Wie die Lage in den einzelnen Kommunen ist, lesen Sie in unserer gedruckten Donnerstagsausgabe.

Fritzlar: Coronakrise - Frauen sind im Kreißsaal nicht alleine.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.